Parteitag der Sozialdemokraten
SPD schaltet auf Attacke

Münster -

Die Umfragewerte sind zwar im Keller, dennoch gaben sich Münsters Sozialdemokraten – auch aufgrund der jüngsten Entwicklungen – auf ihrem Parteitag kämpferisch.

Samstag, 16.02.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 16.02.2019, 16:51 Uhr
Europawahl-Kandidatin Sarah Weiser forderte auf dem Parteitag der SPD Münster ein gerechteres Europa. Foto: Björn Meyer

Robert von Olberg ist auf dem Parteitag der SPD Münster am Samstag als Parteivorsitzender wiedergewählt worden. Der 30-jährige Münsteraner, der seit 2015 Vorsitzender der Partei ist, allerdings Ende des vergangenen Jahres sein Ratsmandat niedergelegt hatte, um mehr Zeit für seine Familie zu haben, vereinte als einziger Kandidat für das Amt 87,5 Prozent der Stimmen auf sich.

Zuvor hatte von Olberg, der als Bundestagskandidat der SPD bei der Wahl 2017 immerhin 28,9 Prozent der Erststimmen für die SPD geholt hatte, gleich mehrere flammende Appelle an die rund 150 anwesenden Mitglieder gerichtet. Es sei ein gutes Zeichen, dass die SPD wieder mit eigenen Ideen von sich reden mache. „Wir erhalten Zuspruch von der richtigen Seite. Und wir erhalten wiederum auch Widerspruch von der entsprechend richtigen Seite“, freute sich von Olberg, dass „die SPD wieder ihr Profil schärft“. Sich über eine erneute Bundestagskandidatur zu äußern, das hielt von Olberg dann aber doch noch für zu früh. „Das ist noch gar kein Thema“, sagte der gebürtige Münsteraner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ihren Blick richtet die SPD Münster dagegen auf die Europawahl. Dort tritt Sarah Weiser als Münsterland-Kandidatin der Sozialdemokraten an. „Frieden ist die größte Errungenschaft Europas. Friedensstiftend ist es, wenn die EU den Rahmen für ein gerechtes Europa schafft“, machte sie in einer Rede den Kern ihrer Politik deutlich.

Umweltministerin Schulze zu Gast

Zu Gast auf dem Parteitag war auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Eine von uns“, wie Versammlungspräsident Christoph Strässer nicht ohne Stolz sagte, bevor Schulze in einer engagierten Rede die Vorzüge sozialdemokratischer Politik herausstellte – nicht ohne den einen oder anderen Seitenhieb Richtung Koalitionspartner. In der Klimapolitik werde es noch ein hartes Ringen mit der CDU geben. „Die reden immer viel, aber wenn es konkret wird, fallen denen tausend Dinge ein, warum das nicht geht“, attackierte Schulze. Die Klimafrage aber mit der CSU zu diskutieren – das werde noch „spaßig“, so Schulze in einem Anflug von Sarkasmus.

Dass es innerhalb der SPD, gerade in jüngerer Vergangenheit, beherzte Diskussionen gebe, empfindet Schulze keineswegs als Makel. Im Gegenteil, sie ermutigte die anwesenden Genossen: „Wir sind Sozialdemokraten, wir sind nie zufrieden, wir wollen immer etwas verbessern.“

Jung mit harter Attacke

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Münster, Dr. Michael Jung, zielte in seiner Rede vor allem auf die Themen Wohnungspolitik und Verkehr ab – hatte zudem aber noch eine harte Attacke mit im Gepäck. Fabian Roberg, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Kaufmannschaft, habe am Abend zuvor beim Kramermahl in Anwesenheit des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet sinngemäß gesagt, man brauche die Einmischung aus Düsseldorf hier nicht. „Bei all den Investitionen, die hier in der Stadt anstehen, war das die dümmste Rede, die ich seit langem öffentlich gehört habe“, so Jung.

Zu dieser Einschätzung, so Christoph Strässer, der wenig später übrigens seinen Stuhl als Versammlungspräsident räumte und dafür im Stadion an der Hammer Straße als Präsident des SC Preußen Münster Platz nahm, wolle er lieber nichts sagen: „Nur so viel, der Grünkohl beim Kramermahl war wie immer lecker.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6395324?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachts sind alle Roller grün
Nachhaltige Idee – (noch) nicht nachhaltig umgesetzt: Die E-Scooter werden noch mit Diesel-Fahrzeugen transportiert. Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker