Rettungsdienst in Münster
Hilfsorganisationen sollen Retter stellen

Münster -

Die Stadt will die kommunalen Hilfsorganisationen ab Sommer stärker in den kommunalen Rettungsdienst einbinden. Auch, weil sie viele Freiwillige zu Notfallsanitätern weiterbilden will. Bekommen sie hier keine Stellen, wandern sie ins Umland ab und fehlen als Unterstützung bei Großeinsätzen.

Dienstag, 12.02.2019, 10:00 Uhr
Münsters Rettungsdienst (im Bild bei einer Übung) Foto: hpe

Bis Mitte des Jahres will die Stadt Münster die privaten Hilfsorganisationen stärker in den kommunalen Rettungsdienst einbinden. „Acht Stellen für zwei Rettungswagen stehen zur Verfügung, wir warten auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes“, so am Montag Stadtrat Wolfgang Heuer . Ein privater Anbieter hatte gegen die Vergabe der Stellen an die lokalen Hilfsorganisationen geklagt, die Richter in Luxemburg wollen in den nächsten Wochen urteilen. „Wir haben positive Signale“, so Heuer.

Hintergrund der Maßnahme ist auch die Reform des Berufsbildes im Rettungswesen. Ab 2027 muss auf einem Rettungswagen mindestens ein speziell ausgebildeter Notfallsanitäter sitzen. Die Zusatzausbildung ist kostspielig, seit zwei Jahren lässt die Stadt bereits ihr eigenes Rettungsdienstpersonal fortbilden.

Einsatzzahlen steigen kontinuierlich

Bislang stellten die Hilfsorganisationen nur an den Wochenenden eine Rettungswagen-Besatzung zur Entlastung der Feuerwehr. Der Krankentransport ist seit wenigen Wochen komplett in der Hand der Organisationen. „Auch, um genug eigene Kapazitäten für den Rettungsdienst zu haben“, so Heuer. Im wachsenden und älter werdenden Münster steigen die Einsatzzahlen kontinuierlich auf inzwischen über 30.000 im Jahr.

Das fordern die Hilfsorganisationen

Die Hilfsorganisationen fordern seit Jahren eine stärkere Notfalleinbindung und fürchten um ihr rettungsdienstliches Ehrenamt, wenn nicht „zeitnah durch die Stadt nachgesteuert wird“. Denn wer freiwillig die dreijährige Vollzeitausbildung zum Notfallsanitäter auf sich nehme, wolle auch in diesem Beruf arbeiten. Sebastian Thiemann von den Johannitern: „Sonst gehen uns diese hoch qualifizierten Ehrenamtler verloren und wandern ab in die umliegenden Kreise, wo eine Einbindung der Hilfsorganisation in die Notfallrettung selbstverständlich ist. Dann blutet unser ehrenamtlicher Rettungsdienst aus.“ Vor Ort würden dann diese Retter, die bei großen Schadenslagen die Berufsfeuerwehr unterstützen können, fehlen.

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