130.000 Spritzen entsorgt
Indro: Drogenkonsum auf Höchststand

Münster -

Der Drogenhilfeverein Indro hat seinen Jahresbericht vorlegt. Danach befand sich der Drogenkonsum im vergangenen Jahr auf einem Höchststand. Auch die Zahl der entsorgen Spritzen ist immens.

Montag, 11.02.2019, 21:45 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 21:48 Uhr
Mehr als 16 000 Konsumvorgänge registrierte im vergangenen Jahre Indro. Foto: dpa

Der Drogenkonsumraum des Drogenhilfevereins Indro ist seit 2001 ein wichtiger Bestandteil des effektiv vernetzten Suchthilfesystems in Münster. Im Drogenkonsumraum können, wie der Verein in einer Pressemitteilung schreibt, illegale Drogen unter Aufsicht und hygienischen Bedingungen auf Grundlage einer Rechtsverordnung des Landes konsumiert werden. Zielsetzung ist einerseits die Reduzierung der Todesraten und der mit Drogengebrauch verbundenen gesundheitlichen Risiken und andererseits die Vermittlung der Drogenabhängigen in psychosoziale und ausstiegsorientierte Hilfen.

Am meisten Heroin konsumiert

„Diese Zielvorgaben konnten wir deutlich erfüllen“, so Indro-Leiter Ralf Gerlach bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichtes 2018 des Drogenhilfezentrums Indro zur Arbeit der Drogentherapeutischen Ambulanz mit integriertem Drogenkonsumraum. Der gegenüber intravenösem Konsum risikoärmere „inhalative Gebrauch“ habe sich seit 2009 mehr als verdoppelt. Laut Jahresbericht steht Heroin mit 61,63 Prozent an erster Stelle der konsumierten Substanzen, gefolgt von Kokain mit 26,31 Prozent.

16 .421 dokumentierte Konsumvorgänge

Erreicht werden von Indro vor allem langjährige und ältere Drogenabhängige: 65,18 Prozent sind 36 Jahre und älter. 46 Drogennotfälle konnten per lebensrettenden Maßnahmen erfolgreich behandelt werden.

„Mit insgesamt 16. 421 dokumentierten Konsumvorgängen, 3 239 von Frauen und 13. 185 von Männern, haben wir die bisher höchste seit Inbetriebnahme des Drogenkonsumraums erfasste Konsumzahl erreicht“, berichtet Ralf Gerlach. Zur erhöhten Nutzungsfrequenz habe insbesondere die Installation eines zweiten Inhalationsraumes erheblich beigetragen. Darüber hinaus seien über 130 .000 gebrauchte Spritzen sachgerecht entsorgt worden. Dies bedeute verstärkten gesundheitlichen Schutz der Öffentlichkeit.

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