Fünf Tage nach dem Baustopp am Hafencenter
Schwarz-grüne Annäherung nicht in Sicht

Münster -

Seit Freitag gilt der Baustopp für das Hafencenter. Die Diskussionen gehen derweil weiter. Die CDU richtet sich mit einem fast schon flehentlichen Appell an den grünen Koalitionspartner.

Mittwoch, 06.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 08:52 Uhr
Die Arbeiten am Hafencenter stehen still. Foto: Oliver Werner

Es klang am Dienstag ein wenig wie das Pfeifen im Walde, als der CDU-Fraktionschef Stefan Weber per Pressemitteilung verkündete: „Niemand will eine Bauruine mit einem halben Hafencenter. Deshalb geht es jetzt darum, Schaden abzuwenden.“ Alle Beteiligten, so Weber weiter, „gehören an einen Tisch“.

Der fast schon flehentliche Appell richtete sich nicht zuletzt an den Bündnispartner im Rat, die Grünen. Nach über zehn Jahren Dauer-Opposition gegen das Hafencenter sehen sich die Grünen nach dem seit Freitag geltenden Baustopp auf der Siegerseite.

Zugespitzte Situation

Der GAL-Fraktionschef Otto Reiners erinnert in einer Pressemitteilung an die in der Vergangenheit immer wieder vorgetragene Kritik, „dass die Frage der Verkehrsplanung im Hafenviertel nicht angemessen beantwortet wurde“.

Im Raum steht angesichts der dramatisch zugespitzten Situation die Frage, ob sich beide Seiten einen Kompromiss vorstellen können. Dazu will sich derzeit niemand äußern. Die angestrebte „Heilung“ des Bebauungsplanes macht auf jeden Fall einen entsprechenden Ratsbeschluss erforderlich.

Hafencenter-Konzept müsste überarbeitet werden

Nur so viel ist durchgesickert: Ohne eine Überarbeitung des bestehenden Hafencenter-Konzeptes stehen die Chancen eher schlecht. Wie zu hören ist, müsste die neue Devise lauten: Mehr Wohnen, weniger Einzelhandel. Und vor allem weniger Autoverkehr.

Nicht selten wird in Ratskreisen kolportiert, dass in dem umstrittenen Areal vom Hafencenter bis zur brach liegenden alten Osmo-Fläche „eine autofreie Siedlung noch am ehesten genehmigungsfähig wäre“.

Hafencenter - Chronologie eines umstrittenen Projekts

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  • So sah es am Hansaring 2016 noch aus: Das alte Postgebäude stand noch. An seiner Stelle sollte ein Einkaufszentrum entstehen.

    So sah es am Hansaring 2016 noch aus: Das alte Postgebäude stand noch. An seiner Stelle sollte ein Einkaufszentrum entstehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach dem Abriss ist Blick vom Hansaring auf die Osmohallen freigegeben.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für einen Paukenschlag sorgte das Oberverwaltungsgericht Münster im April 2018: Es kippte den Bebauungsplan für das Hafencenter-Gelände.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Bagger rollten trotzdem an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Da die Stadt die Baugenehmigung für das Hafencenter nicht zurückzog, konnten die Bauarbeiten weitergehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Sommer 2018 wurde die Bodenplatte für das Einkaufszentrum fertig.

    Foto: Oliver Werner
  • Am 1. Februar stoppte das OVG Münster dann die Bauarbeiten, indem es die aufschiebende Wirkung der Klage gegen die Baugenehmigung bestätigte.

    Foto: Matthias Ahlke

Entscheidend: Die Frage der Verkehrsbelastung

Völlig offen ist derweil, ob Oberbürgermeister Markus Lewe und die CDU-Ratsfraktion zwecks Rettung des Hafencenters die SPD umwerben können. Die SPD hatte in der Vergangenheit alle Beschlüsse mitgetragen, ist nach zwei negativen Urteilen aber auf Distanz gegangen. Wie Fraktionschef Dr. Jung mitteilte, sei für die künftige Bewertung „die Frage der Verkehrsbelastung auf dem Hansaring“ entscheidend.

Wer trägt den Schaden?

Die Frage unserer Zeitung an die Adresse des Investors sowie der Stadt, wer den durch den Baustopp entstehenden Schaden tragen muss, blieb am Dienstag unbeantwortet.

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