Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt
Demo für die Abschaffung des Paragrafen 219a

Münster -

Eine Demonstration für die Abschaffung des Paragrafen 219a hat am Samstagmittag auf dem Prinzipalmarkt stattgefunden. Sie stand unter dem Motto „Jetzt erst recht! Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung sind nicht verhandelbar“.

Samstag, 26.01.2019, 12:58 Uhr aktualisiert: 26.01.2019, 13:12 Uhr
Foto: Matthias Ahlke

Der Paragraf 219a des Strafgesetzbuches verbiete es Ärztinnen und Ärzten, einen Schwangerschaftsabbruch als Leistung auf ihrer Website aufzuführen und über die angebotenen Methoden zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung in Münster, das die Demonstration organisierte. Am 12. Dezember 2018 habe die Große Koalition ein Kompromisspapier zur „Verbesserung der Information und Versorgung in Schwangerschaftskonflikten“ vorgelegt. „Wir als Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung lehnen diesen vermeintlichen Kompromiss ab“, heißt es weiter. Das Bündnis fordert die Streichung des Paragrafen 219a aus dem Strafgesetzbuch.

Christine Schmidt vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung in Münster: „Das Eckpunktepapier lässt weder eine wesentliche Verbesserung der Situation von Ärztinnen und Ärzten noch von ungewollt schwangeren Frauen erhoffen.“ Im Gegenteil: Ärztinnen, Ärzte und Betroffene würden durch das Beibehalten des Paragrafen 219a weiterhin stigmatisiert.

In Münster wurden zur Aktionskundgebung am Prinzipalmarkt mindestens 200 Personen erwartet. Sprechen sollten unter anderem Rednerinnen von SPD, Grünen, Linken, Pro Familia und den kritischen Medizinerinnen Münster. 

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Münster ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen münsterischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter unter anderem SPD, Grüne, Linke und ihre Jugendverbände, außerdem der DGB-Stadtverband, Pro Familia NRW, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, der Deutsche Ärztinnenbund (Gruppe Münster), Cinema Münster, Fossil Free Münster und das Frauenhaus „Frauen helfen Frauen“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6345265?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Giulia Wahn beim ESC: „Platz 20 war Hauptgewinn“
Beim ESC landete der für San Marino startende Sänger Serhat (l.) auf Platz 20. Dennoch gab es für ihn und seine münsterische Background-Sängerin Giulia Wahn (hinten rechts) Grund zum Jubeln.
Nachrichten-Ticker