Trotz Wetterkapriolen ins Gebirge
Entspannt in den Schnee

Münster -

Nachgefragt, wie münsterische Skireise-Anbieter mit den Wetterkapriolen im Süden umgehen, kommt man zu einem überraschendem Ergebnis.

Samstag, 12.01.2019, 08:00 Uhr
Der viele Schnee hält die große Mehrheit der skiaffinen Münsteraner nicht davon ab, zum Wintersport in den Süden zu reisen. Foto: dpa

Wahlweise Winter- oder Schneechaos – so titeln große Fernsehsender gerade hinsichtlich der Wetterbedingungen im Süden der Republik sowie in Österreich. Die Betreiberfamilie des Hotels, in dem bis Anfang der Woche eine Gruppe aus Münster eingeschneit war (wir berichteten), habe laut Katharina Hegge von „Ski4friends“ von Schneemassen gesprochen, die nur alle paar Jahrzehnte einmal vorkommen würden. Doch ausgerechnet der eher flachlanderprobte Münsteraner geht in diesen Tagen ganz unaufgeregt mit dem Wetter im Süden um.

Viel Schnee und auch einmal eingeschneit zu werden, das sei eben das Risiko deren, die in den Skiurlaub fahren würden, sagt Michael Goschke vom Ski-Klub Münster, der regelmäßig Reisen in Skigebiete anbietet. Für den Verein geht es allerdings erst Ende des Monats wieder in den Süden.

Nur wenig Aufregung

Von den Wetterkapriolen dieser Tage akuter betroffen ist dagegen Frosch Sportreisen. Doch auch dort herrscht momentan offenbar wenig Aufregung. Alle Busse würden an diesem Wochenende die Reise gen Süden antreten, bestätigte Unternehmenssprecher Sebastian Rosendahl gegenüber unserer Zeitung.

Starker Schneefall in Bayern und Österreich

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  • Im Ennstal in Österreich: Ein Hubschrauber, "Alouette III", fliegt in Richtung der abgeschnittenen Ortschaft Radmer im Bezirk Leoben...

    Im Ennstal in Österreich: Ein Hubschrauber, "Alouette III", fliegt in Richtung der abgeschnittenen Ortschaft Radmer im Bezirk Leoben...

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • ...Der Helikopter soll dringend benötigte Sauerstoffflaschen für einen Patienten bringen, dessen Vorrat am Mittwoch zu Ende geht. Angesichts neuer möglicher Schneefälle bereitet sich Österreich auf hohe Lawinenwarnstufen vor.

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • Feuerwehrmänner tragen in Salzburg Pflanzen aus einem Gewächshaus einer Gärtnerei, das durch massive Schneemassen eingebrochen ist.

    Foto: Franz Neumayr
  • Zwei Feuerwehrmänner schippen Schnee von dem Dach eines Gewächshauses einer Gärtnerei, das unter den Schneemassen einbrach.

    Foto: Franz Neumayr
  • Koppl: Schnee ist am Straßenrand aufgetürmt. Angesichts neuer möglicher Schneefälle bereitet sich Österreich auf hohe Lawinenwarnstufen vor.

    Foto: Barbara Gindl
  • Völlig eingeschneit ist das Jugendhotel Felseralm in Obertauern (Österreich)...

    Foto: privat
  • ...wo derzeit eine Reisegruppe aus Münster festsitzt...

    Foto: privat
  • Die Zeit vertreiben sich die Münsteraner derweil neben Schneeschaufeln mit Eisstockschießen...

    Foto: privat
  • ...oder ganz kreativ bei einer humorigen Klaviervorführung im Schnee.

    Foto: privat
  • Koppl (Österreich): Bäume biegen sich unter der Last des nassen Schnees über eine Straße.

    Foto: Barbara Gindl
  • Ein Auto auf einer Straße ist in Koppel (Österreich) hinter Schneemassen zu sehen.

    Foto: Barbara Gindl
  • Dieses von der Gemeinde Pölstal (Österreich) zur Verfügung gestellte Foto zeigt Feuerwehrleute beim Freilegen eines Daches.

    Foto: Gemeinde Pölstal
  • Die Straße nach Österreich ist am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz auf Grund der Lawinengefahr gesperrt.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Ein Straßenschild weist in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) auf die Verbindung Bayern-Österreich hin, die wegen Lawinengefahr gesperrt ist.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Steirische Ennstal (Österreich): Dieses vom österreichischen Bundesheer zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Hubschrauber des Bundesheers im Einsatz im Steirischen Ennstal. Der Winter hat weite Teile Bayerns weiter fest im Griff.

    Foto: Peter Lechner/BUNDESHEER/APA/dpa
  • Ein Traktor räumt in Traunstein (Bayern) Schnee.

    Foto: Tobias Hase
  • Ein Räumfahrzeug mit Schneefräse fährt in Siegsdorf (Bayern) auf einer Straße.

    Foto: Tobias Hase
  • Pferde stehen in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) im Schnee.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Zwei Kinder spielen in Traunstein (Bayern) im Schnee.

    Foto: Tobias Hase
  • Sichtlich Spaß hat dieses Kind in Traunstein (Bayern) auf einem Schneehügel.

    Foto: Tobias Hase
  • Fahrzeuge sind in Traunstein (Bayern) eingeschneit und schneebedeckt.

    Foto: Tobias Hase

„Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit unseren Teams vor Ort. Die Situation lässt sich als dem Wetter entsprechend beschreiben. Die Hauptverkehrsstraßen durch die jeweiligen Orte sind gut befahrbar. Viele Pisten sind geöffnet, gut präpariert und es gibt nur bedingt Einschränkungen“, so Rosendahl. Brixental, Saalbach-Hinterglemm oder am Arlberg – überall führen weit mehr als die Hälfte der Lifte. „Man kommt nicht überall auf den Gipfel, aber auf die Mittelstationen“, so Rosendahl.

Freude über den Schnee

Unaufgeregt reagieren auch die Schulen, die demnächst mit Schülergruppen in den Schnee fahren, auf das derzeitige Wetter. KVG-Lehrer Peter Müller, der Ende Januar mit einer Jahrgangsstufe 10 ins Inntal reist, macht klar: „Natürlich steht die Sicherheit der Schüler bei uns an absolut erster Stelle.“ Der im Alpenverein ehrenamtlich als Hochtourenführer aktive Müller ist sich aber sicher: „Ich bin viel in den Bergen, ich weiß mich zu informieren.“

Und auch Vasco Stahl, Vorsitzender des Ski-Klubs Münster ist nicht nervös, wenn er an das Wetter im Süden denkt – im Gegenteil: „Wir freuen uns über den vielen Schnee, denn wir fahren Ostern ins Zillertal und hoffen, dass dann noch was davon übrig ist.“

Vorerst kein Schnee in Münster

Am dritten Advent fiel in Münster der erste Schnee – kaum ein Zentimeter, er war nach wenigen Stunden wieder verschwunden. Seitdem ist es eher mild und regnerisch. Daran soll sich auch in den kommenden Tagen nicht viel ändern. Mindestens bis zum 19. Januar soll die weiße Pracht einen weiten Bogen um Münster machen, die Temperaturen werden nach Angaben der Meteorologen über dem Gefrierpunkt liegen. Danach könnte es aber spannend werden. Die aktuellen Vorhersagen sehen ab 20. Januar nasskaltes Wetter mit Schneeschauern vor. Für eine geschlossene Schneedecke wird es aber wohl nicht reichen.

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