Hansaring-Initiative kritisiert Stadt
Dünne Linden ersetzen dicke Platanen

Münster -

Die Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“ kritisiert Stadtwerke und Stadt. Die Linden, die die vor einem Jahr am Hansaring gefällten Platanen ersetzen, seien kleiner als damals versprochen.

Donnerstag, 10.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 08:37 Uhr
Die neu gepflanzten Bäume am Hansaring sind nicht so dick wie die gefällten Platanen, kritisiert die Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“.

Die Wellen schlugen hoch, als die Stadtwerke vor einem Jahr ankündigten, in Kürze zwei große Platanen am Hansaring zu fällen, um Platz für eine Straßenumleitung zu schaffen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, Hunderte protestierten für den Erhalt der Bäume – vergeblich.

Anfang März 2018 fielen die Platanen. Immerhin: Die Stadtwerke hatten kurz zuvor schriftlich versichert, dass der Allee-Charakter des Hansarings nach Beendigung der Bauarbeiten für die neuen Fernwärmeleitungen „selbstverständlich wieder hergestellt“ und „langfristig sogar verstärkt“ werde.

Absprache nicht eingehalten

Die Bauarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, neue Bäume gepflanzt worden. Doch die sehen anders aus, als es die Stadtwerke vor einem Jahr angekündigt hatten, kritisiert die Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“. Ihr Vorwurf wiegt schwer: Stadtwerke und Stadt hätten sich nicht an die Absprachen des vergangenen Jahres gehalten.

Was ist passiert? Am 2. März 2018 kündigten die Stadtwerke als Bauherr an, dass die beiden Platanen durch vier neue Bäume ersetzt werden sollen – „entweder sieben bis neun Meter hohe Platanen mit einem Stammumfang von rund 60 bis 70 Zentimeter oder Linden mit fünf bis sieben Metern Höhe und einem Stammumfang von 40 bis 45 Zentimeter.“ Kostenpunkt: 44 000 Euro.

Deutlich kleinerer Stammumfang als angekündigt

Ende Dezember wurden nun statt vier sogar sechs neue Bäume gesetzt, allerdings nur zwei dort, wo einst die Platanen standen. Gepflanzt wurden nicht erneut Platanen, sondern Kaiserlinden – womit die kleinere der beiden Varianten umgesetzt wurde.

Damit nicht genug: Die Bäume fallen auch noch deutlich kleiner aus als zugesagt, kritisiert die Initiative: Der Stammumfang betrage nur 30 Zentimeter. Eine Nachmessung unserer Zeitung hat dies bestätigt. Stadtwerke und Stadt, kritisiert „Platanenpower“, hätten sich „nicht an getroffene Zusagen gehalten“.

Platanen am Hansaring sind gefällt

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  • Der Protest der Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“ hat nicht geholfen.

    Der Protest der Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“ hat nicht geholfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Am frühen Dienstagmorgen hat die Polizei den Hansaring zwischen Albersloher Weg und Wolbecker Straße gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Gegen sechs Uhr habe man dann mit der Fällaktion begonnen, berichtet eine Stadtwerke-Sprecherin.

    Foto: Oliver Werner
  • Noch vor sieben Uhr fiel unter Protest mit Trillerpfeifen die erste Platane, kurz danach auch der zweite Baum.

    Foto: Oliver Werner
  • Vor zwei Wochen hatten nach einem Bericht unserer Zeitung über die geplante Fällaktion Hunderte Anwohner für den Erhalt der Bäume demonstriert. Wiederholt kam es zu Kundgebungen und Mahnwachen.

    Foto: Oliver Werner
  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
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  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
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  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“

Die Stadtwerke, die vor einem Jahr dickere Bäume versprochen hatten, verwiesen unsere Nachfrage am Donnerstag an die Stadt Münster: Die Anpflanzungen fielen in deren Zuständigkeitsbereich.

Die Stadtverwaltung wiederum konnte zu den Vorwürfen der Nachbarschaftsinitiative zunächst nicht Stellung beziehen. Zwar habe sich der in der Verwaltung zuständige Mitarbeiter „für möglichst umfangreiche Ersatzpflanzungen stark gemacht“ – doch der befinde sich inzwischen im Ruhestand, weshalb die Recherchen länger dauerten.

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