Künstler Gerhard Richter unterstützt Fonds für Wohnungslose
Erst einmal Obdach schaffen

Münster -

Vertreter des Paritätischen Landesverbands sowie von „Dach überm Kopf e.V.“ klärten über das von Gerhard Richter unterstützte Konzept „Housing First“ auf. Hier werden Obdachlose als erste Maßnahme mit einer Wohnung versorgt. Danach erst werden die weiteren Probleme durch Sozialarbeiter angegangen. In Münster ist das Konzept noch neu, in Düsseldorf bereits erprobt.

Freitag, 26.10.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2018, 13:54 Uhr
Münster profitiert ein weiteres Mal von der Großzügigkeit Gerhard Richters: Der Künstler schenkte der Stadt sein Pendel-Kunstwerk in der Dominikanerkirche (großes Foto), nun erhält der münsterische Verein „Dach überm Kopf“ Gelder für sein Konzept „Housing-First“; darüber informierten (kleines Foto v.l.) Mona Monsieur und Sylvia Rietenberg (Paritätischer Landesverband NRW) sowie Rainer Wick, Susanne Theyssen und Arnold Voskamp („Dach überm Kopf“). Foto: Rolf Vennenbernd

Ein weiteres Mal profitiert Münster von der Großzügigkeit Gerhard Richters. Der weltbekannte Künstler schenkte der Stadt in diesem Jahr sein Pendel-Kunstwerk an der Salzstraße – nun erhält der münsterische Verein „Dach überm Kopf“ Gelder, die durch den Verkauf einer von Richter gespendeten Sonderedition erzielt wurden. Die Verkaufserlöse der Richter-Edition fließen in den „Housing-First-Fond“, und dieser finanziert Wohnraum – nicht nur in Münster, aber nun zum ersten Mal auch hier.

In einem Pressegespräch klärten Vertreter des Paritätischen Landesverbands sowie von „Dach überm Kopf“ am Freitag über das Konzept auf. „Housing First“ meint, dass hier Betroffene als erste, grundlegende Maßnahme mit einer Wohnung versorgt werden. Danach erst werden die weiteren Probleme durch Sozialarbeiter angegangen – ein gravierender Unterschied zur gängigen Praxis, bei der Unterkünfte oft nur zeitlich begrenzt und an Auflagen geknüpft zur Verfügung gestellt werden. Der hiesige Verein „Dach überm Kopf“ setzt als einer der Ersten in NRW auf „Housing-First“.

In Düsseldorf laufe das Projekt bereits seit zwei Jahren, erklärt Sylvia Rietenberg vom Paritätischen Landesverband. 48 Wohneinheiten konnten zur Verfügung gestellt werden; was auch für den heiß gelaufenen Wohnungsmarkt Münsters hoffen lässt. Es gebe darüber hinaus eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts, um zu ergründen, ob es in Deutschland so gut wie in anderen Ländern funktioniere.

Das Ziel sei, einen privatrechtlichen Mietvertrag zu ergattern für jene Wohnungslosen, die aufgrund von Depressionen oder Suchterkrankungen sonst nie eine Chance bekämen. „Diese Menschen müssen zuvor mindestens ein Jahr obdachlos gewesen sein“, ergänzt Susanne Theyssen von „Dach überm Kopf“. Das Konzept solle dezentral sein, es werde also kein Haus mit zehn Obdachlosen angestrebt. Eine Wohnung ist in Münster bereits sicher.

„Wir hoffen auf sozial eingestellte Wohnungseigentümer“, betont Vorstandsmitglied Rainer Wick. Jene erhalten dann 20 Prozent Eigenkapital aus dem Richter-Fonds. Dieser habe ein Gesamtvolumen von etwa 1,2 Millionen Euro, sagt Mona Monsieur. Alle Bilder seien aber noch nicht verkauft.

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