Stolpersteine in Münster
App zeigt Informationen zu münsterischen NS-Opfern

Münster -

Ein neuer Zugang zu „Stolpersteinen“ in Münster existiert als frei zugängliche App für Smartphones.

Dienstag, 18.09.2018, 21:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 18:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 21:46 Uhr
Greifbares und Digitales ergänzen sich durch die neue App der Projektgruppe: Dr. Christoph Spieker, Dr. Alexandra Bloch Pfister, Peter Schilling, Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer. Foto: Andreas Hasenkamp

262 Stolpersteine erinnern in Münster an verfolgte und meist ermordete NS-Opfer, an Juden, „Euthanasie“-Opfer, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Sinti und Roma sowie an Zeugen Jehovas. Die App „ Villa ten Hompel“ erlaubt es nun, zu den knappen Informationen auf dem Messing weitere zu bekommen.

Informationen zu den Menschen hinter den Steinen

Das sei eine „Weiterführung“ des Bisherigen, sagt Peter Schilling, der zu der Projektgruppe des Geschichtsortes Villa ten Hompel gehört. Die App erschließt neues Material auf andere Art, ein Teil in der Villa, ein anderer überall: Mobil kann man auf viele Informationen zu den Menschen hinter den Steinen zugreifen – ob man nun zufällig auf einen Stein trifft oder gezielt Stolpersteine in einer Straße oder zu einer Person sucht. Die Vita der Personen hat die Arbeitsgruppe genau redigiert, zu vielen der Opfer gibt es Fotos oder Briefe von ihnen und ihrer Familie. „Jeder Geschichtslehrer ist froh über das Glossar“ , sagt Schilling.

Ein weiterer Teil der App funktioniert in der Villa ten Hompel, wo sie auf 30 ausleihbaren Tablet-Computern durch die Ausstellung führt. Und zwar so, wie man es persönlich wünscht: Über Themenwege etwa. Bei den Führungen für Gruppen kommen ergänzende Funktionen ins Spiel, die etwa Projektionen erlauben, die eine Gruppe sich dann gemeinsam anschaut und bespricht.

Seit fünf Jahren wurde an der App gearbeitet. Da sie mit der Ausstellung in der Villa ten Hompel verknüpft ist, trägt sie den Namen der Gedenkstätte. In den Verzeichnissen für Apps ist sie auch über die Suche nach „Stolpersteine Münster“ zu finden.

Entworfen hat die App die Firma SNT. Apps zu „Stolpersteinen“ gibt es auch woanders, etwa in Hamburg, aber Münster liege „weit vorne“ mit der App zu Ausstellung und Stolpersteinen, so Manfred Hendriks von SNT.

Projektgruppe

Zur der Projektgruppe gehören außer Schilling vom Verein „Spuren Finden“, Rita Schlautmann-Overmeyer, Gisela Möllenhoff, ebenfalls Historikerin mit Schwerpunkt „Jüdische Lokalgeschichte“, Dr. Alexandra Bloch Pfister, Historikerin und Vermittlerin,  Dr. Christoph Spieker, Direktor des Geschichtsortes, und Professor Norbert Nowotsch, emeritierter Professor für Mediengestaltung an der FH Münster.

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