Arbeiten am Foucaultschen Pendel
Projektleiter Tombrink liebt die Physik – und die Kunst

Münster/Beckum -

„Wann hat man schon mal die Möglichkeit, an einem Kunstwerk von Gerhard Richter mitzuarbeiten?“ Dr. Klaus-Jürgen Tombrink kann sich noch genau daran erinnern, als ihn im September vergangenen Jahres die Anfrage seines Freundes und Studienkollegen Dr. Andreas Gorschlüter erreichte.

Samstag, 18.08.2018, 14:29 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 18.08.2018, 14:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 18.08.2018, 14:29 Uhr
Jede Menge Bilder und Skulpturen hat Klaus-Jürgen Tombrink bereits geschaffen. In der Dominikanerkirche war er aber in seiner Eigenschaft als Physiker gefragt. Foto: kb

Gorschlüter ist Chef des Physikalischen Institutes der Uni Münster und war seinerzeit auf der Suche nach einem Projektleiter für den Bau eines Foucaultschen Pendels in der Dominikanerkirche in Münster. Ein Pendel als Teil eines Richter-Kunstwerkes.

„Der Richter mit den Fenstern im Kölner Dom“, wie Gorschlüter erwähnte. Da war Klaus-Jürgen Tombrink längst klar, dass ihm ein großes Abenteuer bevorstand.

Seit dem 17. Juni schlägt das Pendel in der Kirche, lockt unverändert die Massen an – und erfüllt den promovierten Physiker noch heute mit Freude und Stolz. Bei der monatelangen Arbeit an dem Pendel konnte Tombrink all die Kompetenzen abrufen, die sein bisheriges berufliches Leben bestimmt haben: Als Hausverwalter entwickelte er eine Liebe für alte Gebäude; als Entwickler und Verkäufer von feinmechanischen Messgeräten lebte er seinen Tüftlerdrang aus; als Künstler, der schon Dutzende Skulpturen aus Stein und Holz geschaffen hat, ist er mit Materialien bestens vertraut, die er auch in der Kirche vorfand.

Leidenschaft für Naturwissenschaften und Problemlösungen

Na ja, und so ganz nebenbei hat Klaus-Jürgen Tombrink eine ausgeprägte Liebe zur Naturwissenschaft und eine Leidenschaft für Problemlösungen, bei denen ein kluges Köpfen ebenso gefordert ist wie eine geschickte Hand.

Richter-Pendel der Öffentlichkeit übergeben

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  • OHW_8386 Foto: Oliver Werner
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Nun, rein formal bestand für Klaus-Jürgen Tombrink die Herausforderung darin, eine 48 Kilogramm schwere Kugel an einem 29 Meter langen Seil buchstäblich so in Bewegung zu setzen und mit Hilfe eines elektromagnetischen Antriebs auch so in Bewegung zu halten, dass sie sich für alle Ewigkeiten nach den Gesetzmäßigkeiten der Physik bewegt. Ein Foucaultsches Pendel halt.

Gemeinsam mit dem Statiker Jörg Hillmoth, den Elek­tronikern Daniel Troche, Christof Meiners und Sandor Söter sowie Andreas Tschöpe von der Stadt Münster machte sich Tombrink an die Arbeit.

Die größte Herausforderung eines Pendels: „Die Halterung muss absolut schwingungsfrei sein.“ Das mache in einem historischen Gemäuer, in dem „schiefe Ebenen“ eher die Regel denn die Ausnahme seien, eine besondere Statik erforderlich, schildert der Beckumer, der an der Uni Münster studiert hat, die Details.

Großes Kunstwerk eines großen Künstlers

Wenngleich selbst Künstler, hat sich Tombrink nach eigenem Bekunden um die künstlerischen Aspekte des Pendels nie gekümmert. „Das macht der Richter“, habe es im Team immer geheißen. Gleichwohl hatten die Wünsche Gerhard Richters einen erheblichen Einfluss auf die Konstruktion. Verglichen mit den üblichen Foucaultschen Pendeln ist der Abstand zwischen der Kugel und der Bodenplatte groß, weswegen auch der elektromagnetische Impuls groß sein muss. Groß ist auch die Schwingung der Kugel, die Amplitude.

Gerhard Richter in der Dominikanerkirche

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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert
Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke

Und überhaupt: Das Kunstwerk ist groß, geschaffen von einem großen Künstler. Aber im Impressum ist auch Tombrinks Name vermerkt. Der Name eines promovierten Physikers, der (fast) noch nie ein Kunstwerk verkauft hat, dessen Haus in einer Bauerschaft bei Beckum aber voll mit Kunst steht. „Alles meine Babys.“

Ein bisschen ist auch das Pendel in Münster sein Baby. Aber nur ein bisschen.

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