Nationaler Gedenktag
Münster beklagt elf Drogentote

Münster -

In den vergangenen zwölf Monaten sind elf Drogenabhängige der münsterischen Drogenszene verstorben. Das gibt der Drogenhilfeverein Indro in einer Pressemitteilung bekannt. Die Mehrheit dieser Tode wäre unter anderem durch eine staatlich kontrollierte Drogenabgabe vermeidbar gewesen, heißt es darin.

Freitag, 27.07.2018, 16:30 Uhr aktualisiert: 27.07.2018, 16:49 Uhr
Szene-Angehörige, Freunde und Verwandte haben Gedenkkarten geschrieben. Foto: Indro

Der Drogentotengedenktag in der vergangenen Woche diente nicht nur als Anlass, allen verstorbenen Drogenkonsumierenden zu gedenken, sondern er steht auch jeweils für ein besonderes Thema: „Auch wir sind Münster!“

Der Tag wurde von vielen genutzt, um trotz des stressigen Szenealltags derer zu gedenken, die sie zwar verloren, aber nicht vergessen haben. Einige der Opfer starben an Überdosierungen, andere an den Spätfolgen des Drogenkonsums.

Ein Teil von Münster

Die offene Drogenszene hält sich seit Jahrzehnten am Bremer Platz auf, wird sozialpädagogisch und medizinisch begleitet und polizeilich beobachtet. Im Rahmen des Bahnhofsumbaus an der Ostseite fürchten nun viele Szene-Angehörige, von dort verdrängt zu werden. „Auch wir sind Münster! Unbeliebt, aber deshalb nicht unsichtbar“, so steht es auf den derzeit verteilten Gedenkkarten. Die Menschen seien ein Teil von Münster, ein Teil vom Bahnhofsviertel – so wie in jeder Großstadt.

Der Drogenhilfeverein Indro gedachte in Kooperation mit dem Selbsthilfeverband „JES“ (Junkies, Ehemalige und Substituierte) den Verstorbenen mit weißen Rosen und kleinen Gedenksteinen.

50 Ballons steigen gelassen

Außerdem hatten Szene-Angehörige, Freunde und Verwandte die Möglichkeit, Gedenkkarten, die an Ballons befestigt waren, zu beschriften und diese gemeinsam steigen zu lassen. Insgesamt stiegen 50 Ballons in den Himmel.

Der Gedenktag

Der nationale Drogentotengedenktag am 21. Juli wird seit 1998 bundesweit begangen. Initiiert wurde dieser Tag vom „Landesverband der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit NRW.

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