Barockaltar und Richter-Kunstwerk
Kommentar: Ein Mehrwert für das Pendel

Münster -

Ende gut, alles gut. Doch Verwunderung bleibt. Und im besten Fall eine Erkenntnis: Ruhm und Erfolg sind autoritär, mindern unabhängigen Geist, skeptische Haltung und fördern vorauseilenden Diensteifer . . .

Samstag, 30.06.2018, 13:00 Uhr

Der hier im Hintergrund noch verborgene Altar wurde wieder ans Tageslicht befördert. Foto: Matthias Ahlke

Da beschließt der Kulturausschuss ohne Diskussion „mal eben“ einstimmig, dass ein über 300 Jahre altes Barockkunstwerk eingemottet werden soll, weil es angeblich die neue Tourismus-Attraktion stört. Mehr als zehn Tage nach der Berichterstattung dieser Zeitung und viele Leserbriefe später greift der Oberbürgermeister ein (natürlich mit Verweis auf Gerhard Richter ) und entscheidet par ordre du mufti.

Das ist seltsam, aber letztlich schön für die Kunst. Denn das Kunstwerk von Gerhard Richter ist nicht das Pendel. Das ist von Foucault. Worauf schon der Künstler in seinem Titel verweist: „Zwei Graue Doppelspiegel für  ein Pendel“. Darüber hinaus gehört eben auch der Ort dazu, die barocke Kirche. Durch den Altar bleibt dies innen ebenfalls wahrnehmbar. Mehr noch: Die barocke Kunst repräsentiert Bildwelten ihrer Zeit. Dadurch ergeben sich Spannungen und Kontinuitäten. Den Künstler von damals und den von heute verbindet eine Absicht: etwas Unsichtbares sichtbar zu machen. Ein jeder mit den ästhetischen Mitteln seiner Zeit. Ein spannender Vergleich.

Richter-Pendel der Öffentlichkeit übergeben

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  • OHW_8386 Foto: Oliver Werner
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