Gebärdensprechender Gorilla Koko ist tot
Im Allwetterzoo lässt man Affen Affen sein

Die Nachricht vom Tod der Gorilladame Koko aus Kalifornien hat in der letzten Woche viele Menschen berührt. International bekannt wurde sie durch ihre Fähigkeit, über Zeichensprache mit Menschen zu kommunizieren und gesprochene Sprache zu verstehen. Dass ihre enge Verbindung zum Menschen auch negative Seiten hat, erklärt Dr. Simone Schehka, Kuratorin im münsterischen Allwetterzoo.

Donnerstag, 28.06.2018, 17:11 Uhr

Changa ist mit über 20 Jahren das älteste Gorillaweibchen im Allwetterzoo Münster - hier mit ihrem vierten Baby, das im Dezember 2006 geboren wurde. Foto: Allwetterzoo Münster

Koko wurde 1971 im Zoo in San Francisco geboren. Nach einer schweren Krankheit in ihrem ersten Lebensjahr begann Dr. Francine Patterson mit ihr zu arbeiten - und ihr Zeichensprache beizubringen. Koko wurde 46 Jahre alt und soll über 1000 Gesten in Zeichensprache beherrscht und sich so den Pflegern mitgeteilt haben. Berühmt ist ihr Zusammentreffen mit dem Schauspieler Robin Williams. Etliche Videos auf Youtube zeigen sie außerdem mit ihren Katzen, die sie wie eigene Kinder behandelte. Jeweils einmal 1978 und 1985 zierte sie die Titelseite der Zeitschrift National Geographic, mit einem Foto, dass sie von sich selbst im Spiegel aufgenommen, und mit einer der Katzen im Arm, die sie gewissermaßen adoptiert hatte.

Pfleger vermeiden jede Beziehung zu ihren Schützlingen                                     

Den Großteil ihres Lebens verbrachte Koko in einer Anlage in Woodside, Kalifornien, in der sie immer mit ein oder zwei Artgenossen, aber auch in täglichem engen Kontakt mit ihrer Betreuerin Dr. Francine Patterson lebte. „Man würde das heute auch nicht mehr so machen“, sagt Dr. Simone Schehka . Sie ist im Allwetterzoo Münster unter anderem für die Menschenaffen zuständig. Eine enge, familienähnliche Beziehung zu den Gorillas und Orang-Utas haben sie und die Tierpfleger nicht.

„Wir bemühen uns darum, genau das nicht zu haben“, erklärt sie. Jede Bindung zu einem Tier bedeute einen unter Umständen störenden Eingriff in die Familienbande einer Gruppe. Ein Tier aus dem sozialen Gefüge seiner Familie zu entfernen, beraube es um die Möglichkeit, ein artgerechtes Leben zu führen. Schehka vermutet, dass Koko zwar mit Menschen kommunizieren konnte, weil sie sie von frühester Kindheit an um sich hatte, aber als Gorilla „nicht so sozialisiert war“.

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • montage

    Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

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  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

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  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gepard

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  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

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  • Ein Wolf.

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  • Syrischer Braunbär.

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  • Gepard im Schnee.

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  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

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  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

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  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner

Diebische Orang-Utans 

Als „Botschafter ihrer Art“ habe Koko aber durch ihre mediale Präsenz einen großen Beitrag geleistet. „Natürlich ist das schön, wenn man über diesen Weg Menschen erreicht“, betont Schehka. Menschen, die sich in der Folge für den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Gorillas einsetzen. Wie viel von Kokos Fähigkeiten vielleicht nur Marketing war, könne sie nicht beurteilen. Zeichensprache zu lernen und dadurch mit dem Menschen zu kommunizieren, das traue sie Primaten ausdrücklich zu. „Die sind schon sehr raffiniert“, sagt sie und erzählt die Anekdote, wie sie der Gruppe Orang-Utas eine Eisenstange zu entlocken versuchte. Um die zum Tausch angebotene Banane zu bekommen, ohne die Eisenstange herausgeben zu müssen, reichten ihr die Tiere zuerst Stöckchen und Lauch, die annähernd die Form der Eisenstange hatten. Erst als sie aufgeben und die Banane wieder in den Kühlschrank legen wollte, brachte ihr Mandi die geforderte Stange.

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