Wut bei Bürgerversammlung
Initiative „Pro Aasee“ fordert Reaktion von Politik und Behörden

Münster -

Lärm, Müll, Alkohol-Exzesse, Wildpinkler, Beleidigungen und Gewalt - die Liste der Beschwerden bei der Bürgerversammlung am Aasee ist lang, die Wut groß: „Das hat mit urbanem Lebensgefühl nichts mehr zu tun, das ist Feierterrorismus!“ 

Freitag, 15.06.2018, 17:25 Uhr
Bei gutem Wetter füllen sich die innenstadtnahen Wiesen rund um den Aasee schnell. Anwohner klagen über etliche Probleme, die das mit sich bringt. Foto: Oliver Werner (Archiv)

Die Anwohner des Aasees sind teils verärgert, teils resigniert: Wummernde Bässe bei Nacht, Rauchschwaden vom Grillen, Glasscherben und Müllberge auf den Grünflächen. Sie finden, dass dieses rücksichtslose Verhalten einiger Besucher bei schönem Wetter und besonders an Feiertagen aufhören muss. Daher herrschte am Donnerstagabend reges Interesse an der Bürgerversammlung im Restaurant „Zum Himmelreich“.

Aggressionen, Lärm und Dreck waren die wichtigsten Themen, die Mit-Organisator Dr. Wolfgang Westermann ansprach. Ein Mitarbeiter der Handwerkskammer beschwerte sich darüber, dass häufig hinter die Papiertonnen in der Einfahrt uriniert werde; auch von der Verrichtung großer Geschäfte in Gärten und Tiefgaragen ist die Rede.

„Feierterrorismus“ und fehlende Toiletten

„Die Leute pinkeln einem praktisch übers Essen. Das hat mit urbanem Lebensgefühl nichts mehr zu tun, das ist Feierterrorismus“, erzählt Sigrid Kioschus, häufig zu Gast im Kruse Baimken.

Die Gastwirte am See sind ebenfalls wütend. Sie bemängeln die Nutzung der Restaurant-Toiletten durch die Besucherströme. Ließen sie die Nutzung nur für Gäste zu, werde randaliert. Die zwei öffentlichen Toilettenanlagen am A2 und am Hansa Segelclub reichten für Besucheranstürme am Wochenende nicht aus.

Der Angelverein berichtete von Gewalt gegen Mitglieder, die kein Einzelfall mehr sei. Auch Anwohner erzählten von Beleidigungen und Gewaltandrohungen, wenn sie Fehlverhalten ansprächen.

Gaststätten aus Angst geschlossen

Aus Angst vor Schäden schließen die Gaststätten teilweise am 1. Mai wegen der „unangenehmen Atmosphäre“, so der Geschäftsführer des „Zum Himmelreich“.

Friedliche Großveranstaltungen wie der Katholikentag oder die Aaseerenaden hätten gezeigt, wie es auch ohne Verwüstung ablaufen könne. Besonders betroffene Gebiete seien die Aasee-Wiesen, die Aasee-Treppen, die Gasthäuser und der Pardo-Steg auf der einen, die Bismarckallee und die Averkampstraße auf der anderen Seite; also der gesamte Teil des Aasees, der der Innenstadt zugewandt ist. Enttäuscht zeigen sich die Anwohner von Politikern und Behörden, besonders vom Grünflächen- und Ordnungsamt , die es aus ihrer Sicht aufgegeben haben, etwas zu unternehmen, was auch auf die personelle Unterbesetzung zurückzuführen sei. 

Bürgerversammlung der Initiative "Pro Aasee"

Auf der Bürgerversammlung der Initiative "Pro Aasee" entspann sich eine rege Diskussionen um Lösungen für akute Probleme. Foto: Lena Sünderbruch

Verbesserungen nach Kölner Vorbild

Die Bürger-Initiative will das nicht länger hinnehmen und erwartet Unterstützung aus der Politik. Zukünftige Verbesserungen könne man nach dem Kölner Vorbild gestalten. Dazu zählen Verbote von Shishas, Grillen und Musikanlagen rund um den See. Die Anwohner forderten eine höhere Präsenz von Ordnungsamt und Polizei.

Regelung in Köln

In Köln muss zum Grillen ein Mindestabstand von 100 Metern zu Bäumen und Wohngegenden eingehalten werden. Zudem dürfen andere nicht durch Rauch, Geruch oder Flugasche gefährdet oder belästigt werden. Sogenannte Grill-Scouts sehen in stark frequentierten Grünanlagen nach dem Rechten. Bei Verstößen sind Bußgelder fällig. Wer etwa den Abstand zu Bäumen nicht einhält, muss 35 bis 300 Euro zahlen. Zudem ist  in Köln das Grillen an einigen ausgewählten Orten wie Rheinpark und Rheingarten komplett verboten. Dafür hat die Stadt an mehreren Stellen Grillplätze eingerichtet.

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Statt nur auf Verbote zu setzen, solle aber auch investiert werden, beispielsweise in gekennzeichnete Grillzonen in der weniger bewohnten Hälfte des Aasees auf der anderen Seite der Torminbrücke. Auch ein Schulterschluss mit den Kanalanliegern sei denkbar, damit die Probleme verschwänden, statt sich nur zu verlagern.

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