Spendensumme überschreitet 150.000 Euro
Alina braucht fremde Stammzellen

Münster -

Schlechte Nachrichten für Alina Kalabukhova: Weil die bisherige Behandlung des krebskranken Mädchens nicht die gewünschten Erfolge hat, steht der 14-Jährigen eine Knochenmarktransplantation bevor. Das hat Professorin Claudia Rössig von der Uniklinik Münster bestätigt. „Wir hatten gehofft, dass eine Chemotherapie reicht. Das ist aber leider nicht der Fall“, sagt sie.

Sonntag, 11.02.2018, 15:50 Uhr aktualisiert: 12.02.2018, 07:10 Uhr
Alinas bisherige Behandlung schlägt nicht so an wie gehofft. Die junge Russin, hier mit ihrem Vater, benötigt nun einen geeigneten Spender. Foto: Wilfried Gerharz

Sie betonte gleichzeitig, dass Alinas Chancen, von ihrer Leukämie geheilt zu werden, unverändert gut sind. „Wir werden sie jetzt mit der intensivsten Form behandeln, die wir kennen“, sagt die Direktorin der Kinderkrebsstation.

Viele starke Nebenwirkungen erwartet

Die Patientin werde sich auf viele und starke Nebenwirkungen sowie Risiken einlassen müssen. Bei einer solchen Transplantation wird unter anderem das gesamte Knochenmark der Patientin zerstört und ihr komplettes Immunsystem mithilfe von Medikamenten heruntergefahren. Das ist nötig, damit es die fremden Knochenmarkzellen nicht als gefährliche Eindringlinge missversteht und bekämpft. Das wird für Alina bedeuten, dass sie mehrere Wochen von allen möglichen Infektionen abgeschirmt wird – also mit so wenig Menschen wie möglich in Kontakt sein wird. Anders als der Begriff „Transplantation“ vermuten lässt, werden die Zellen nicht durch eine Operation, sondern durch Transfusion übertragen.

Zuversicht bei der Suche nach einem Knochenmarkspender

Rössig ist zuversichtlich, dass die Suche nach einem Spender erfolgreich sein wird. „In aller Regel finden wir die passenden Spender“, sagte sie. Alina hat eine Schwester in Russland, die als mögliche Spenderin in Frage kommt. „Vielleicht ist es möglich, dass wir aus Russland ihr Blut geschickt bekommen“, sagt Rössig. „Ansonsten bestellen wir sie nach Münster ein.“ Denkbar seien aber auch Verfahren, bei dem die Eltern ihre Zellen zur Verfügung stellen.

Ivan und seine Mutter Masha Maloshchuk sind froh: Im Körper des Jungen sind keine Krebszellen mehr aufgetaucht.

Ivan und seine Mutter Masha Maloshchuk sind froh: Im Körper des Jungen sind keine Krebszellen mehr aufgetaucht. Foto: Privat

1650 Leser spendeten

Inzwischen haben 1650 Leser unserer Zeitung über 150.000 Euro für Alina gespendet. Unsere Zeitung hatte vor zwei Wochen über das Kind berichtet. Bei Alina war nach einer Leukämiebehandlung vor drei Jahren in Münster bei einer Routinekontrolle erneut Krebs festgestellt worden. Die erwarteten Kosten der Behandlung von 280.000 Euro sind nur zum Teil gedeckt, die Familie hat ihr gesamtes Vermögen bereits für die erste Behandlung ihrer Tochter ausgegeben.

Alina muss in Münster bleiben

Die Kosten für eine Trans­plantation von rund 160.000 Euro sind darin schon enthalten. Zwar haben zwei russische Stiftungen angekündigt, 155.000 Euro sammeln zu wollen. Doch gibt es Zweifel, ob die Summen jemals bei Alinas Familie ankommen werden.

Professorin Claudia Rössig

Professorin Claudia Rössig Foto: UKM

Durch die Transplantation wird es nötig sein, dass Alina in Münster bleibt, um von den Ärzten regelmäßig untersucht zu werden. Auch ohne diesen Eingriff hätte die 14-Jährige nicht früher nach Hause gekonnt. Eine Chemotherapie hätte ähnlich lange gedauert.

Neujährigen Ivan ebenfalls behandelt

In dieser Woche war auch Ivan Maloshchuk aus Sibirien wieder in Münster. Die Krebsbehandlung des inzwischen neunjährigen Jungen hatten ebenfalls die Leser unserer Zeitung mitfinanziert. Sie hatten rund 95.000 Euro gespendet, damit er wegen eines Hirntumors behandelt werden konnte. Er kommt regelmäßig zu Kontrollen in die Uniklinik. Bei ihm wurden keine neuen Krebszellen entdeckt. Die Reise ist nötig, weil die Ärzte in Münster ihren Patienten persönlich sehen möchten und ihnen MRT-Bilder und weitere Untersuchungsergebnisse aus Russland nicht reichen.

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Das „Familienhaus am UKM e.V.“ hat für die Familie das Spendenkonto eingerichtet: Sparkasse Münsterland-Ost, Iban: DE02 4005 0150 0000 5927 90, Stichwort: Alina Kalabukhova. Spenden sind steuerlich absetzbar.

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