Ausländerbehörde abgelehnt
Bedauern in Gremmendorf

Münster -

Immer noch im Dornröschenschlaf! Nach der Entscheidung zur Zentralen Ausländerbehörde herrscht in Gremmendorf gedrückte Stimmung. Die einhellige Meinung: „Es ist für Gremmendorf schade, dass mit so einem großen und auch schönen Gelände nichts passiert.“

Freitag, 02.02.2018, 08:02 Uhr

Die Bezirksregierung bleibt nach Münsters Entscheidung zur Zentralen Ausländerbehörde mit der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der York-Kaserne.
Die Bezirksregierung bleibt nach Münsters Entscheidung zur Zentralen Ausländerbehörde mit der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der York-Kaserne. Foto: Oliver Werner

Am Tag nach der Entscheidung hat eine Mehrheit der von dieser Zeitung befragten Gremmendorfer die Entscheidung gegen eine ZAB bedauert. Die entscheidende Rolle für diese Reaktion spielten bei fast allen Befragten die Zukunftsaussichten für Gremmendorf, denn das seit Jahren in der Schwebe befindliche Projekt „Gremmendorf Mitte“ liegt nach der Entscheidung des Rates und dem Verbleib der EAE auf dem Gelände der York-Kaserne auf Eis.

„Die Entscheidung finde ich gut“, sagt Thilo Grünwald am Morgen nachdem der Rat die ZAB in Münster gekippt hat. Und Grünwald legt nach: „Ich wüsste nicht, warum sich Münster zu etwas drängen lassen sollte.“ Das Vorgehen der Bezirksregierung gefalle ihm nicht – außerdem: „Wir haben in Gremmendorf viel Arbeit für die Aufnahme von Flüchtlingen geleistet. Eine ZAB würde diese Bemühungen konterkarieren.“

Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster

1/32
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster
Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde in Münster Foto: Matthias Ahlke

„Gremmendorf braucht dringend mehr Leben“

Mit seiner Einschätzung ist Grünwald an diesem Morgen am Albersloher Weg in Gremmendorf allerdings in der Minderheit. Dabei geht es dem Gros der Befragten weniger um die Frage, ob eine ZAB nun nach Münster gepasst hätte oder nicht. Die meisten Gremmendorfer sehen durch die Entscheidung der Kommunalpolitik ihren Stadtteil im Dornröschenschlaf verweilend. Auch Sabine Gennerich, die zwar „beide Seiten verstehen kann“, sich aber dennoch wünscht: „Dass etwas passiert. Es ist für Gremmendorf schade, dass mit so einem großen und auch schönen Gelände nichts passiert“, sagt sie mit einem Blick Richtung York-Kaserne.

Marion Schumacher ist ebenfalls dieser Meinung: „Wir wohnen zwar in Gremmendorf, aber wenn wir ausgehen, geht es immer nach Münster.“ Für sie steht fest: „Gremmendorf braucht dringend mehr Leben.“

Das sieht auch Hassan Eldao so. Er betreibt den Beauty-Salon „Two for Two“ und hatte damit geliebäugelt, mit seinem Geschäft Richtung Gremmendorf-Mitte zu ziehen. Sogar ein zweites Geschäft für seine Schwester sei angedacht gewesen. „Hier in Gremmendorf fehlt etwas. Mehr Leben wäre gut“, benutzt Eldao einen ähnlichen Wortlaut wie viel andere.

Mehr zum Thema

Kommentar zur ZAB-Entscheidung:  Fatales Signal ans Umland

Keine Zentrale Ausländer-Behörde:  Grüne zeigen Lewe kalte Schulter

Re-Live:   Rat entscheidet gegen die Zentrale Ausländerbehörde in Münster

Anlässlich der Ratssitzung:  Demo gegen Zentrale Ausländerbehörde

...

Kritik an Stadtplanung

Eine davon ist Birgit Banna, die junge Mutter (32) legt den Finger in die Wunde: „Die ZAB wird kommen, wohin ist ja eigentlich egal“, sagt sie in Richtung der ZAB-Gegner. Sie moniert dafür konkrete Missstände: „Allen jungen Familien fehlt zum Beispiel ein DM. Da ich alles mit dem Kinderwagen mache, bleibt das Kaufen der Pampers am Vater hängen“, berichtet sie schmunzelnd.

Kathrin Weiler, Inhaberin der Äskulap-Apotheke ist sich sicher, mit ihrem Geschäft am jetzigen Standort zu bleiben. Vertrauen, dass die Stadtentwicklung mit schnellen Schritten voranschreitet, hat sie nicht.

Das geht auch Christian Zeidler so. Der 62-jährige wirft der Stadt eine „schlechte Planungspolitik“ vor, bei der letzten Endes „die Gremmendorfer in die Röhre gucken“. Dabei verschweigt er nicht, dass er die Entscheidung gegen die ZAB nicht verstehe. „Ich brauche keine Obergrenze oder die Beschränkung des Familiennachzugs, aber warum man sich gegen eine grundsätzlich sinnvolle Behörde in Münster wehrt, verstehe ich nicht.“ Im Gespräch ist Zeidlers Ärger spürbar, bei seinem Fazit flüchtet er sich aber in Galgenhumor: „Ich schaue jetzt zwei Drittel meines Lebens auf dieses Gelände von außen, da macht es ja dann auch nichts, wenn das im letzten Drittel so bleibt.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5476960?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker