Ähnlich viele Todesopfer wie 2016
Drogenszene wird nicht größer

Münster -

Leicht angestiegen ist sowohl bundesweit als auch in Nordrhein-Westfalen die Zahl jener Menschen, die infolge ihres Drogenkonsums starben. 2016 erlagen laut dem Gesundheitsministerium NRW 204 Personen unmittelbar den Folgen des Gebrauchs vor allem von Heroin oder dessen Mischung mit anderen Substanzen. Seit 2013 war die Zahl gesunken bis auf 182 Personen 2015.

Sonntag, 07.01.2018, 20:50 Uhr
Vor allem Heroin wurde Drogenabhängigen zum tödlichen Verhängnis. Foto: dpa

In Münster lag die offizielle Zahl im Jahr 2016 bei sieben Opfern und im vergangenen Jahr bis einschließlich Oktober bei fünf, wie Georg Piepel , Leiter der städtischen Drogenhilfe, auf Nachfrage mitteilt. Piepel wisse „um einen weiteren Fall“, wie er sagt und gehe davon aus, dass die Zahl „so wie 2016“ sein werde. „Deshalb kann statistisch wenig über eine Entwicklung zu einem Mehr oder Weniger gesagt werden.“

Viele Opfer werden nicht erfasst

Für die Drogenhilfe weist Piepel ebenso Dr. Wolfgang Schneider als Leiter des Drogenhilfevereins Indro darauf hin, dass der größere Teil der Drogentoten nicht als solche registriert würde. „Manche Leute sterben durch Folgeerkrankungen wie Hepatitis C und Leberzirrhose“, erklärt Schneider. In den offiziellen Zahlen würden lediglich jene Drogenopfer benannt, so Piepel, die von der Polizei aufgefunden werden und deren Tod direkt mit dem Konsum in Verbindung gebracht wird, etwa bei einer Überdosis.

"gleichbleibende Substanzqualität"

Indro betreut den legalen Konsumraum am Bremer Platz 18-20. Dort ist laut Schneider die „Zahl der Drogennotfälle zurückgegangen“. 59 Mal mussten Konsumenten im Jahr 2016 vor Ort behandelt werden, etwa nach einem Kollaps. Indro habe eine „gleichbleibende Substanzqualität“ in der Szene festgestellt – dass also keine stärkeren Drogenkonzentrationen als bisher verwendet würden. Auch „scheint es, als wenn Maßnahmen wie der Hinweis auf ‚Safer Use‘ greifen“, so Schneider.

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Die Zahl der „Neueinsteiger bei Opiaden und Opioiden“ zum Beispiel Heroin und Methadon, sei weiter rückläufig, berichtet Piepel. Von 579 „Stammklienten“ in 2016, die zwei Mal oder öfter zur Beratung kamen, seien 38 Prozent Opiat- und Methadon-Konsumenten gewesen, 42 Prozent hätten mit problematischem Cannabis-Gebrauch zu kämpfen und 17 Prozent wegen der Sucht nach Stimulanzien wie Amphetamin oder Kokain die Stelle aufgesucht.

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