Seltenes Berufsjubiläum
50 tierische Zoo-Berufsjahre

Münster -

Fünf Jahrzehnte war Ferdinand Heinemann als Tierpfleger im Zoo aktiv. Jetzt zieht er Bilanz und wird offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Donnerstag, 16.11.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 16.11.2017, 08:12 Uhr
Ferdinand Heinemann ist seit 50 Jahren als Tierpfleger im Allwetterzoo tätig. Jetzt geht er in den Ruhestand. Foto: hpe

Der dienstälteste Tierpfleger Münsters geht am heutigen Donnerstag in den Ruhestand: Seit 50 Jahren ist Ferdinand Heinemann in den tierischen Revieren des Allwetterzoos aktiv, jetzt feiert der 65-Jährige Abschied von seinen zwei- und vierbeinigen Freunden auf der Sentruper Höhe. Als Rentner will er nun Klarinette lernen und quer durch Vietnam reisen.

Eigentlich wollte ich ja Förster werden.

Ferdinand Heinemann

„Eigentlich wollte ich ja Förster werden. Aber es gab nur eine Ausbildungsstelle im Sauerland, und meine Mutter Maria wollte nicht, dass ich als 14-Jähriger so weit von Daheim weg bin“, erinnert sich Heinemann. So wurde es am 1. Oktober 1967 der Zoologische Garten an der Promenade. Es waren harte Zeiten für den Lehrling Heinemann: „60 Kilo schwere Futtersäcke schleppen, selten Pause machen, viel Handarbeit auch beim Ausmisten“, so der Tierpfleger.

"Riesenrespekt" vor Stachelschweinen

Im Vergleich zum „neuen“ Zoo war es im alten Tierpark nach seiner Einschätzung „persönlicher“. Weil der alte Zoo wesentlich kleiner war, lief man auch den Kollegen jeden Tag mehrmals über den Weg. Die Besucher konnten näher ran an die Gehege, und wenn der Bauer mit dem Ackerschlepper frisches Futterheu brachte, gab es für jeden Zoohelfer eine Flasche Bier. „Gemütlich, herzlich, weniger Stress“, so Heinemann. Die ersten „eigenen Tiere“ durfte er als 16-Jähriger betreuen. Ausgerechnet Stachelschweine. „Ich hatte einen Riesenrespekt vor den kleinen Grunzern“, sagt Heinemann. Dann waren es die Rotgesichtsmakaken. In der großen Affengrube der Anlage durfte er gleich am ersten Tag das herausgefallene Gebiss einer Besucherin „mit spitzen Fingern“ (Heinemann) vor den neugierigen Affen retten. „Sie schimpfte dann auch noch, weil es so lange gedauert hat“, meint Heinemann.

Baden im Flusspferdebecken

1974 dann der Umzug in den Allwetterzoo. Heinemann war damals für zwei Nashörner zuständig und durfte mit den großen Tieren schon sechs Monate vor der eigentlichen Eröffnung ins neue Areal einziehen. „Wir waren dort zwei Pfleger für zwei Löwen und zwei Nashörner. Sonst war da niemand, eine unvergessene Zeit.“ Nachts ging es mal mit Genehmigung des Nachtwächters zum Nacktbaden ins Flusspferdbecken.

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Ein Highlight für den Mann, der unzählige Tonnen Futter verteilt und Kot entsorgt hat, war die Reise nach Vietnam, wo er zwei junge Elefanten abholen musste. Von Hanoi bis Saigon ging es 1994 mit den Tieren in einem Güterwagen quer durchs fernöstliche Land.

Seit 1995 ist er für Giraffe, Pferd, Esel, Trampeltiere und den Streichelzoo zuständig. Der hautnahe Kontakt zwischen und mit Mensch und Tier gefällt ihm, Poitou-Riesenesel Friedolin ist heute sein Lieblingstier. „Leider haben wir oft einfach zu wenig Zeit, um uns um jedes Tier lange kümmern zu können. Sie wollen die Zuneigung, wir können sie nicht bieten“, so Heinemann

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • montage

    Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard im Schnee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

Sein Fazit: „Ich hatte ein spannendes Leben im Zoo.“ Im Ruhestand will er als Hobbygärtner aktiv werden, fernöstliche Länder besuchen, und seiner Frau Ulrike, mit der er seit 43 Jahren verheiratet ist, hat er versprochen, ein Instrument zu erlernen: „Ich versuche es mal mit der Klarinette.“

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