Unterwegs für Menschenrechte
Christoph Strässer hört auf

Christoph Strässer (68) war seit 2002 Bundestagsabgeordneter der SPD für Münster. Nach Ablauf seiner vierten Legislaturperiode kandidiert er nun kein weiteres Mal. 2002 und 2005 errang Strässer in Münster das Direktmandat.

Freitag, 08.09.2017, 12:06 Uhr aktualisiert: 08.09.2017, 15:05 Uhr
Christoph Strässer nimmt nach 15 Jahren Abschied aus dem Bundestag. Foto: Monika Gerharz

Themen und Funktionen

Seine bedeutendste Position und ein Regierungsamt übernahm Strässer 2014, als er Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung wurde. 2016 legte er dieses Amt nieder, aus persönlichen Gründen, wie er sagt. Im Laufe der 15 Jahre im Bundestag hatte Strässer zudem eine Fülle von Ämtern und Funktionen inne: 2002 bis 2014 war er Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie im Rechtsausschuss. 2005 bis 2014 war er Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Fraktion. 2006 bis 2014 war Strässer Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates , 2009 bis 2013 Co-Vorsitzender der Task Force Afghanistan Pakistan der SPD-Bundestagsfraktion.

Stellvertretender Delegationsleiter der deutschen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates war Strässer von 2010 bis 2014, 2010 wurde er Leiter des Gesprächskreises Afrika der SPD-Bundestagsfraktion. 2014 kam die Mitgliedschaft im Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung des Bundestages hinzu. Nach dem Rücktritt als Menschenrechtsbeauftragter wurde er im März 2016 noch Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Mitglied im Unterausschuss Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, außerdem noch Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

Reden

In der vergangenen Legislaturperiode sprach Christoph Strässer 20 Mal vor dem Bundestag. Es ging häufig um Entwicklungszusammenarbeit, speziell mit afrikanischen Ländern, den Bundeswehreinsatz in Mali, humanitäre Hilfe in Katastrophengebieten. Am 18. Mai dieses Jahres verabschiedete sich Strässer offiziell mit einer Rede zur Entwicklungspolitik aus dem Bundestag. Sein Auftreten: Routiniert, seriös und sachbezogen – immer mit Anzug und Krawatte.

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Bedeutendste Entscheidung des Parlaments aus seiner Sicht

Strässer kann sich nicht entscheiden und nennt gleich sechs Themen: Einführung gesetzlicher Mindestlohn, Rente mit 63, Ehe für alle, Wiederbelebung der Programme „Soziale Stadt“, Förderung öffentlich geförderten Wohnraums und das Gesetz zur Sicherung der Arbeit des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

Bewegendster Moment in der Legislaturperiode

Für Christoph Strässer sind das die Reden von Holocaust-Überlebenden zu den Jahrestagen der Befreiung von Auschwitz.

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