Nashorn-Jungbulle Amiri
„Familienzusammenführung“ im Zoo: Hallo Papa, ich bin‘s!

Münster -

Erstmals durfte jetzt der drei Monate alte Nashorn-Jungbulle Amiri im Zoo Konakt zu Vater Harry aufnehmen. Bislang wurde der Nachwuchs von der Mutter allein behütet. Das Zusammentreffen verlief komplikationslos.

Donnerstag, 17.08.2017, 21:04 Uhr aktualisiert: 18.08.2017, 10:15 Uhr
Erster Kontakt mit dem Vater: Nashorn-Jungbulle Amiri schaut sich das große Horn vom Vater Harry einmal aus der Nähe an. Die „Familienzusammenführung“ im Zoo verlief am Donnerstag unkritisch. Foto: hpe

Kurator Dr. Dirk Wewers hatte vor dem ersten Treffen von Vater und Sohn nach eigenen Worten „einen Riesenbammel“. Doch alle Befürchtungen, dass eine zornige Mama zum Schutz ihres Jungtieres den Vater mit seinem spitzen Horn angreift und dabei vielleicht der Nachwuchs unter die gewaltigen Pranken der tonnenschweren Panzertiere gerät, wichen am Donnerstagmorgen im Allwetterzoo schnell einer großen Erleichterung.

Mutter Jane riss sich zusammen

Bulle Harry blieb ganz zahm, als das drei Monate alte Nasenhörnchen Amiri erstmals hautnahen Kontakt zum Vater suchen durfte. Im Hintergrund schnaubte zwar Breitmaulnashorn-Mutter Jane heftig, sie ließ aber die Begegnung zu, und offenbar scheint es mit der erhofften Harmonie zwischen Vater und Sohn zu klappen.

Nashorn Amiri wird getauft

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  • Nashörnchen Amiri aus dem Allwetterzoo Münster wurde getauft.

    Nashörnchen Amiri aus dem Allwetterzoo Münster wurde getauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Schauspieler Roland Jankowsky, welcher in der beliebten Münster-Krimiserie "Wilsberg"den Kommissar Overbeck spielt, übernahm am Mittwoch die Patenschaft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Er erhielt von Zoodirektor Dr. Thomas Wilms die Patenurkunde.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am 20. Mai, vor gut zwei Wochen, wurde im Allwetterzoo der kleine Breitmaulnashornbulle Amiri geboren.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Inzwischen wird der kleine Amiri von Tag zu Tag lebendiger...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...und hält Mutter Jane ganz schön auf Trab!

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am vergangenen Freitag wurden Mutter und Kind mit Nashorndame und Freundin Vicky erstmalig zusammengelassen. Die Eingewöhnung findet inzwischen mehrere Stunden täglich statt, so dass sich alle in Ruhe aneinander gewöhnen können.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Zoodirektor Wilms informiert Jankowsksy über die Gefahren, denen Nashörner ausgesetzt sind.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Breitmaulnashörner sind stark gefährdet, da sie immer noch - und in letzter Zeit vermehrt -illegal gejagt und getötet werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Grund ist die nach wie vor starke Nachfrage nach Horn.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In freien Wildbahn gibt es nur noch knapp 20.000 Nashörner, wovon jährlich rund 1.000 der Wilderei zum Opfer fallen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Nachzuchten in Zoos stellen einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und -erhalt dar.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es muss dringend in die Schutzmaßnahmen vor Ort investiert werden, damit die verbleibenden Nashörner vor dem Aussterben bewahrt werden können.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Selbst in Zoos gehaltene Nashörner bedürfen einem wachen Auge und einer Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen. Das zeigt u. a. der aktuelle, traurige Fall in einem Pariser Zoo, bei dem Wilderer ein Nashorn töteten, um ihm das Horn abzuschneiden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch im Allwetterzoo Münster stehen die Sicherheitsvorkehrungen regelmäßig auf dem Prüfstand. Aktuell werden die Sicherheitsmaßnahmen zusätzlich verstärkt, um die liebenswerten Dickhäuter bestmöglich zu schützen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das liegt auch Nashornpate Jankowsky alias Kommissar Overbeck am Herzen, der eine feine Spürnase für Gefahren hat.

    Foto: Matthias Ahlke

Nach der problemlosen Geburt blieb der kleine Bulle zunächst in Obhut der Mutter in einem abgetrennten Bereich des Nashorngeheges. Nach einige Zeit gesellte sich Nashorndame „Vicky“ quasi als Tante dazu. „Schon diese erste Zusammenführung stimmte uns ganz optimistisch“, so Wewers.

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Friedliche Zusammenführung nicht selbstverständlich

Der Erstkontakt zum Vater ist nicht unkritisch. Wewers: „Häufig befürchten die Muttertiere einen Angriff auf ihr Kleines und gehen dann sofort in Abwehrhaltung zum Vater“, so Wewers. Horn gegen Horn kann das Kräftemessen dann schnell in einem Blutvergießen enden. Deshalb die vorsichtigen Annäherungen, die seit ein paar Tagen im Zoo probiert werden. Sind die Tiere zusammen, kann kein Pfleger mehr eingreifen. „Der große und der kleine Bulle testeten spielerisch ihre Stärke aus, es ist alles ganz entspannt“, so Zoo-Sprecherin Stefanie Heeke nach der geglückten „Familienzusammenführung“. Amiri schmiegte sich mehrfach an Papa, keine Spur von Scheu oder Abneigung. Auch Mutter Jane beurteilte die Situation offenbar als ungefährlich und ließ das Jungtier gewähren.

 

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • montage

    Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard im Schnee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

 

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