Gericht stoppt Sportartikel-Händler
Rote Karte für „Decathlon“

Münster -

Der zweitgrößte Sportartikel-Händler der Welt wird vorerst keine Filiale in Münster eröffnen. Am Mittwoch wurde „Decathlon“ vom Oberverwaltungsgericht Münster gestoppt.

Mittwoch, 05.07.2017, 18:15 Uhr aktualisiert: 05.07.2017, 19:00 Uhr
Decathlon-Vertreter Ludger Niemann kündigte nach dem Urteil an, dass das Unternehmen eine Ansiedlung an der Robert-Bosch-Straße nicht weiter verfolgen wird. Foto: kal

Der französische Sportartikel-Discounter „Decathlon“ wird vorerst keine Filiale in Münster eröffnen. Das Oberverwaltungsgericht Münster erteilte am Mittwoch Plänen des in 28 Ländern vertreten Unternehmens, sich an der Robert-Bosch-Straße niederzulassen, eine rote Karte.

Vor sechs Jahren hatte Decathlon eine Bauvoranfrage bei der Stadt Münster eingereicht. Doch die grundsätzliche Zusage, dass an der Robert-Bosch-Straße ein 4150 Quadratmeter großer Sportfachmarkt möglich ist, bekam Decathlon nicht. Als Begründung wurde das Einzelhandelskonzept der Stadt Münster angeführt, das den Handel im Zentrum schützen soll.

Bauvoranfrage zu unpräzise

Das wollte Decathlon allerdings nicht so stehen lassen – und reichte Klage gegen den Ablehnungsbescheid der Stadt ein. Doch bereits vor dem Verwaltungsgericht kassierte das Unternehmen eine Niederlage. Die Bauvoranfrage sei zu unpräzise gewesen, als dass die Stadt einen positiven Bescheid hätte geben können, so die Richter.

Mehr zum Thema

Sportartikelanbieter: Decathlon hält an Standort Münster fest  [25.4.2017]

Neueröffnungen:  Sportriese Decathlon expandiert weiter :  [16.6.2017]

...

Decathlon ging daraufhin in Revision. Am Mittwoch lehnte nun auch das Oberverwaltungsgericht die Klage des Sportartikel-Anbieters ab – allerdings aus formalen Gründen. Die vor Jahren eingereichte Bauvoranfrage sei nicht vollständig gewesen, so die Richter. So fehlte ein detaillierter Plan, die abgegebene Skizze reiche nicht aus. Auch das Bauvolumen sei nicht konkret angegeben gewesen. Beides sei aber erforderlich, um eine solche Voranfrage bearbeiten zu können. Im Urteil wird eine Revision ausgeschlossen.

Alter Standortwunsch kein Thema mehr

Nach dem Richterspruch übte Decathlon-Vertreter Ludger Niemann Kritik an der Stadt Münster. Sie habe ausdrücklich betont, dass ihr die eingereichten Unterlagen reichen. Das zu prüfen, sei „ein anderer Kriegsschauplatz“, so der Richter.

Ein Schauplatz, den es nun voraussichtlich gar nicht erst geben wird. Niemann machte nach der Verhandlung klar, dass für Decathlon der Standort Robert-Bosch-Straße gestorben sei. „Wo sollen wir bauen, wir haben kein Grundstück?“, so Niemann. Sein Unternehmen werde allerdings Münster im Auge behalten – und es vielleicht in der Zukunft noch einmal versuchen.

Bis dahin setze man auf „Plan B“ – nämlich in der Umgebung von Münster Filialen zu eröffnen. So teilte Decathlon just am Mittwoch mit, dass es im Herbst ein Geschäft in Rheine eröffnen werde.

Decathlon, das als Billig-Sportanbieter gilt, betreibt über 300 Filialen weltweit. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei mehr als neun Milliarden Euro.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4986898?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Münsters Open-Air-Kinoprogramm 2019
Sommer-Filmnächte: Münsters Open-Air-Kinoprogramm 2019
Nachrichten-Ticker