Schreibwerkstatt für Senioren
Geschichten über das Leben

Münster -

Wer alt wird, hat was zu erzählen. Die Schreibwerkstatt der VHS hilft dabei, es zu schreiben. Jetzt gibt es ein neues Angebot.

Donnerstag, 12.01.2017, 13:01 Uhr

Anke Breitkopf freut sich, dass es nun eine Schreibwerkstatt für Senioren gibt.
Anke Breitkopf freut sich, dass es nun eine Schreibwerkstatt für Senioren gibt. Foto: kel

„Erinnerung, du Wächter des Gehirns“, heißt es in William Shakespeares Drama „Macbeth“. Die Erinnerung an eigene Erlebnisse, an schöne und bittere Stunden bestimmt wesentlich die Biografie eines Menschen. Damit kennt sich Sabine Förster aus.

Die Literaturwissenschaftlerin ist seit über 20 Jahren an der Volkshochschule (VHS) tätig und bietet dort bereits seit einigen Jahren eine Schreibwerkstatt für Senioren an, in der diese ihre Lebensgeschichte aufschreiben können. „Viele Teilnehmer sagen am Anfang, dass sie gar nichts Besonderes erlebt haben. Erst wenn sie über ihr eigenes Leben schreiben, entdecken sie viele interessante Aspekte“, berichtet Förster.

Die Volkshochschule hat auch auf ihre Initiative eine weitere Schreibwerkstatt ins Leben gerufen, die sich insbesondere an Anfänger ohne Vorkenntnisse richtet und am 18. Januar beginnt. „Die Teilnehmer können kurze Aufsätze oder ganze Biografien verfassen“, erklärt Förster.

Alle Interessierten müssen mindestens 55 Jahre alt sein. In der Regel besteht das Gros der Teilnehmer aus älteren Frauen, die eine Affinität zum Schreiben und Dokumentieren ihrer eigenen Erinnerungen haben.

„Dadurch verbindet die Menschen im Kurs eine ähnliche Sozialisation, die den Austausch untereinander erleichtert“, erläutert Anke Breitkopf, Fachbereichsleiterin für Familie und Älterwerden an der Volkshochschule.

Die meiste Arbeit erledigen die Kursteilnehmer zu Hause, wenn sie ihre eigenen Texte verfassen. In den Seminaren werden die Werke dann komplett oder auszugsweise vorgelesen und besprochen. Dabei findet keine Bewertung der eigenen Biografie statt.

Dozentin Förster schlägt meist sprachliche und stilistische Verbesserungsmöglichkeiten vor. Die biografischen Texte richten sich häufig an die eigene Familie und sind zum Großteil nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Die Ergebnisse der Arbeiten können sich durchaus sehen lassen. „Gerade die Alltagsgeschichten über die Kriegs- und Nachkriegszeit sind sehr spannend“, weiß Förster zu berichten. Eine Teilnehmerin hat zum Beispiel die Schrecken des Bombenkrieges aufgearbeitet, was ihr bei der Überwindung ihres persönlichen Traumas half.

Aber auch andere Episoden sind beeindruckt: So hat eine über 70-jährige Dame einen ausführlichen Bericht über ihre Expedition mit einem Wohnmobil durch Kanada geschrieben. Förster hofft nun, dass sie die Teilnehmer im Anfängerkurs zu weiteren spannenden Geschichten motivieren kann.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4554403?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847808%2F4847811%2F
50 Autos in Flughafen-Parkhaus komplett ausgebrannt
Großbrand am FMO: 50 Autos in Flughafen-Parkhaus komplett ausgebrannt
Nachrichten-Ticker