Studenten auf der Suche
Umzugsstress und Wohnungsnot zum Semesterstart

Münster -

Das neue Wintersemester steht vor der Tür. Für viele Studenten beginnt damit das Leben in einer neuen Stadt. Mit der Zusage der Uni beginnt der Stress: Eine Wohnung muss gefunden werden, der Umzug organisiert und das alles mit der Aufregung vor dem neuen Lebensabschnitt. Leider ist es besonders in den sogenannten Studentenstädten schwierig, eine Bleibe zu finden. 

Dienstag, 04.10.2016, 08:29 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.10.2016, 08:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 04.10.2016, 08:29 Uhr
Die Suche nach Wohnungen kann für Studenten ziemlich anstrengend sein. Und teuer... Foto: Felix Kästle, dpa

Häufig sind die angebotenen Wohnungen völlig überteuert, zu weit von der Uni entfernt oder in einem Zustand, der eine Grundsanierung verlangt. Viele Studenten stehen zu Beginn des Semesters immer noch ohne Wohnung da.

Das Studierendenwerk Münster stellt für solche Fälle zwanzig Notunterkünfte bereit. Dieses Jahr haben sich 8000 Studenten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingeschrieben. Das sind rund 600 mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage nach günstigem Mietraum steigt nicht nur durch die Studenten, sondern auch durch junge Familien und Flüchtlinge. Die Stadt kommt dieser Nachfrage nur ungenügend nach.

Jedes Jahr zum Wintersemester stehen angehende Studenten in Münster ohne Unterkunft da. Der AstA, die Stadt und das Studierendenwerk versuchen durch Aufrufe an Hauseigentümer auf die Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Besonders ältere Menschen haben häufig ein Zimmer übrig, welches sie an Studenten vermieten könnten.

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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    Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

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  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

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  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

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  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

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  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

    Foto: dpa

Notunterkunft für fünf Euro die Nacht

Das Studierendenwerk bietet in einem Gemeinschaftsraum in der Wohnanlage an der Steinfurter Straße 77 acht durch einen Paravent abgeteilte Unterkünfte an, die jeweils mit einem Bett, Schrank, Rollcontainer, Stuhl und einer Lampe ausgestattet sind. Für fünf Euro pro Nacht können die Studenten dort unterkommen, bis sie eine passende Unterkunft gefunden haben. Bei der Aktion "Deine Couch für Erstis" werden ebenfalls Schlafmöglichkeiten für wenig Geld, teilweise auch gratis, angeboten. Die Aktion wird vom AstA gefördert.

Eine aktuelle Studie des Moses Mendelssohn Instituts untersuchte alle Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studenten. Dabei wurde deutlich, dass die großen Metropolen für Studenten am beliebtesten sind. Sie machen lieber Abstriche bei der Ausstattung der Wohnung als bei der Lage. Laut der Studie hat sich die Situation in Münster sogar entspannt, Studenten finden demnach in Münster wieder leichter Unterkünfte.

Weitere Infos

Ist das Wohnungsproblem gelöst, kommt der Umzugsstress. Wer allerdings gut plant, kann entspannter umziehen. Eine Checkliste soll helfen, vor, während und nach dem Umzug nicht in Stress zu geraten. Bei alldem gilt: Planung ist die halbe Miete.

Die Kündigungsfrist umgehen, selbst einen Nachmieter stellen, während des Umzugs parken: Einige Irrtümer können von vornherein verhindert werden.

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