Nachrichten Münster
„Kinder begegnen Krebs“

Münster - Es ist eigentlich nur ein Wort. Doch dahinter verbirgt sich so viel Leid, so viel Kummer, so viel Angst, dass es vielen Menschen schwer fällt, es laut auszusprechen: Krebs. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle im Gesundheitshaus wissen...

Montag, 13.07.2009, 11:07 Uhr

Münster - Es ist eigentlich nur ein Wort. Doch dahinter verbirgt sich so viel Leid, so viel Kummer, so viel Angst, dass es vielen Menschen schwer fällt, es laut auszusprechen: Krebs . Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle im Gesundheitshaus wissen das. Und erleben es täglich neu. Aber sie wissen auch, wie wichtig es ist, den Begriff nicht zu umschreiben. Sondern die Krankheit bei ihrem Namen zu nennen. Auch dann, wenn es um Kinder geht. Um Kinder von Krebspatienten.

„Sie spüren ja meistens schon im Vorfeld, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass die Eltern etwas bedrückt, dass die Stimmung um sie herum sich verändert“, sagt Gudrun Bruns . Die Leiterin der Krebsberatungsstelle freut sich deshalb besonders, dass es jetzt ein neues Angebot gibt, das genau an diesem Punkt ansetzt: „Kinder begegnen Krebs“ lautet der Leitgedanke. Dahinter steht ein ganz konkretes Hilfsangebot: Mit Christina Strotmann gibt es jetzt eine neue Kollegin, die sich um den Kummer der Kinder kümmert. „Wenn Eltern unsicher sind, wie sie mit dieser Situation umgehen, wenn sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder mit der Krankheit konfrontieren sollen, dann beraten und unterstützen wir sie“, sagt die Diplom-Psychologin, die zudem Psychologische Psychotherapeutin ist.

Jeder, der Rat und Hilfe braucht, ist willkommen. Die Beratung ist kostenlos, wer möchte, kann anonym bleiben. „Wichtig ist gegenseitiges Vertrauen“, sagen Gudrun Bruns und Christina Strotmann übereinstimmend.

Die Angebote für Kinder von Krebsbetroffenen sind deshalb möglich geworden, weil die münsterische Beratungsstelle für drei Jahre in diesem Bereich auf Mittel der Deutschen Krebshilfe zählen kann. Christina Strotmann arbeitet als halbe Kraft, aber mit voller Power: Gespräche mit den Eltern, mit den Kindern, mit der ganzen Familie gemeinsam, aber auch Gruppenangebote nur für die Kinder sind geplant.

„Kinder“, so sagen die beiden Fachfrauen, „spüren instinktiv, wenn ihre Eltern, ihre Umgebung sich verändern. Sie haben Angst, fragen sich, ob es an ihnen liegt, werden unsicher.“ Und deshalb sei es immer besser - je nach Familiensituation und Erkrankung individuell verschieden - auf diese Sorgen einzugehen. „Es ist immer noch furchtbar, wenn ein Elternteil sehr krank ist. Aber Gespräche und Offenheit sorgen für Klarheit. Und führen Familien auch noch enger zusammen.“

Christina Strotmann erzählt von einer Familie, in der der Vater einen Rückfall erlitten hat, zum zweiten Mal eine schwere Krebsdiagnose bekommen hat. „Sollen wir es den Kindern sagen“, fragen sich die Eltern. Die Kinder sind drei und fünf Jahre. „Ja“, antwortet Christina Strotmann. Und versteht, wenn Betroffene aber nicht wissen, wie sie es denn sagen sollen. „Dabei helfen wir. Auch wenn mehrere Gespräche nötig sind, begleiten wird diese Situation kontinuierlich, wenn es gewünscht wird.“

Jeweils freitags ist Christina Strotmann von 13 Uhr bis 16 Uhr in der offenen Sprechstunde im Gesundheitshaus, Gasselstiege 13, anzutreffen. Telefonisch ist sie unter 625 620 12 zu erreichen.

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