Hochschule Münster
Studiengebühren: Geldausgeben macht viel Arbeit

Donnerstag, 26.06.2008, 08:06 Uhr

Münster . Ob die Studierenden der Universität in einem Jahr überhaupt noch Studienbeiträge zahlen müssen, ist keineswegs entschieden. Diese Grundsatzdebatte steht im kommenden Semester dem dann neu gewählten Senat bevor. So viel aber ist nach einem Jahr Erfahrung mit den Beiträgen klar: Sie spülen zwar pro Semester 5,6 Millionen Euro in die Universitätskasse. Das Ausgeben dieses Betrages aber macht eine Menge Arbeit.

Der Bericht über die Verteilung der Beiträge an die Fachbereiche, der gestern dem Senat vorlag, ist allein 69 Seiten stark. Ganz abgesehen von den ungezählten Stunden, die Studierende und Professoren in der Verteilkommission damit zubrachten, die ebenfalls in langer Arbeit in den Fachbereichen erarbeiteten Anträge zu bewerten. „Ein Wert, der in der Diskussion über die Beiträge bisher völlig außer Acht gelassen wurde“, bemängelte Senator Prof. Dr. Joachim Boos , bekannt als genereller Gegner von Studienbeiträgen aus dem Kreis der Professoren.

Die erste Bilanz des Rektorats und eines Prüfgremiums nach zwei Semestern fällt durchwachsen aus. Positiv bewertet wird, dass das Verfahren der Verteilung sehr transparent gehandhabt werde, Studierende weitgehend an der Entscheidung über die Verwendung beteiligt sind, und auf breiter Basis eine Verständigung über die Verbesserung der Lehre hergestellt wird. In der Kritik steht das aufwendige Verfahren, über die Verteilung der Beiträge jedes Semester neu, und nicht etwa im jährlichen Rhythmus zu entscheiden.

Die Tatsache, dass 40 Prozent der Mittel über einen festen Schlüssel den Fachbereichen zugeteilt wird und über die Verteilung von 60 Prozent ein wettbewerbsorientiertes Verfahren entscheidet, habe zu taktischen Winkelzügen geführt, kritisierte Student David Herr . So sei es etwa dazu gekommen, dass die Korrektur von Übungsklausuren in der juristischen Fakultät nicht aus den Gebühren bezahlt wurde, weil die Maßnahme im Wettbewerbsverfahren scheiterte. „Dieser, für das Studium essentielle Posten hätte in jedem Fall aus dem festen Topf des Fachbereichs finanziert werden müssen“, so der Student.

Aus den im Wintersemester 2007/08 gezahlten Studienbeiträgen finanzierte die Universität 898 Personalmaßnahmen – dafür wurde der weitaus größte Teil der Summe ausgegeben. 1,8 Millionen Euro flossen in Sach- und Materialkosten sowie in Investitionen. Es entstanden knapp 410 000 Euro Verwaltungskosten. Zur Kasse werden nur rund drei Viertel der Studierenden gebeten. 25 Prozent der Studierenden sind von der Zahlung befreit. Die meisten von ihnen absolvieren beitragsfreie Promotionsstudiengänge.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/407607?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F696369%2F696384%2F
Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Beide Insassen ins Krankenhaus eingeliefert: Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Nachrichten-Ticker