Kommentar
Kohleausstieg im Rheinischen Revier: Es wird ernst

Über viele Debatten hinweg hat es Armin Laschet vermieden, konkrete Zugeständnisse zu machen. Ob es um Klimaschutz, Energiewende oder den Hambacher Wald ging – der Ministerpräsident hat sich stets auf das von Rot-Grün beschlossene Datum 2045 für das Ende des Braunkohletagebaus zurückgezogen. 

Mittwoch, 19.12.2018, 21:40 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 21:47 Uhr
Andreas Stieglan, Bergmann, arbeitet auf der Zeche Prosper Haniel in 1250 Meter Tiefe an einem Flöz unter Tage vor Kohle. Foto: dpa

Deshalb darf man seine plötzliche Deutlichkeit als Signal dafür werten, dass es nun ernst wird: Der Kohleausstieg wird im Rheinischen Revier beginnen mit Abschalten der nächsten Kraftwerke bis 2021.

Der große Aufschrei im Braunkohlerevier wird nicht lange auf sich warten lassen. Doch dass der Ausstieg bald kommen könnte, kann niemanden mehr über­raschen. Laschets zweite Botschaft ist für die Region wichtig: Der Ausstieg kommt nur für verlässliche und angemessene Gegenleistungen – nämlich üppige Strukturmittel des Bundes.

Laschets zweite Bedingung trifft nicht nur die Kohlekommission, sondern auch jene in Umfragen dokumentierte Mehrheit für einen Kohleausstieg: Es braucht einen gesellschaftlichen Konsens. Kleingedruckt heißt das: Alle müssen zahlen, lange. Das sollte auch berücksichtigen, wer den Soli gerne abschaffen will.

Ibbenbürener Bergleute überreichen «letzte Kohle» an Laschet

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    Die Glocke schlägt noch einmal, dann öffnet sich das Tor vor dem Förderkorb. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Fünf Bergleute schieben eine Lore heraus. Die letzte Kohle hat das Anthrazit-Bergwerk in Ibbenbüren verlassen.

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  • Damit ist eine fast 500-jährige Tradition im Tecklenburger Land zu Ende.

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  • Schicht im Schacht. Die vorletzte deutsche Steinkohlenzeche ist dicht.

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  • Die allerletzte, Prosper Haniel in Bottrop, soll am 21. Dezember geschlossen werden, so sieht es der 2007 geschlossene Kohlekompromiss vor.

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  • Von einem Tag „von historischer Dimension“ sprach Zechenchef Heinz-Werner Voß, „ein einstmals zentraler Zweig deutscher Industriegeschichte geht unwiederbringlich zu Ende.“

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  • Das ist sicher ein schwerer Tag“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Es ende „ein wichtiges Kapitel in der Geschichte unseres Landes.“ 

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  • Die letzte Kohle aus Ibbenbüren: Unter den Ehrengästen waren (von links): NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, Bischof Felix Genn, Peter Schrimpf, Chef des Kohlekonzerns RAG, Ministerpräsident Armin Laschet, der Vorsitzende der RAG-Stiftung Bernd Tönjes, Ibbenbürens Bürgermeister Marc Schrameyer, Zechenchef Heinz-Werner Voß, Mettingens Bürgermeisterin Christina Rählmann, Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann, Betriebsratschef Uwe Wobben (hinten) und Hörstels Bürgermeister David Ostholthoff. 

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  • Acht Steinkohle-Bergwerke mit 33.000 Bergleuten gab es noch in Deutschland, bevor 2007 der Bund sowie die Kohleländer NRW und Saarland sich darauf einigten, dass der subventionierte Steinkohlenbergbau 2018 enden würde – und zwar ohne Entlassungen, in einem sozialverträglichen Sinkflug.

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  • Die meisten Kumpel schafften den Übergang in die „Anpassung“, den Vorruhestand.

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  • Doch selbst wenn Kumpel und Region seit 2007 Zeit hatten, sich auf dieses Ende vorzubereiten, so tut der Einschnitt weh. 

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  • Die Schutzpatronin, die heilige Barbara, durfte beim Abschied am Barbaratag nicht fehlen. 

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