Kommentar
Die Verbreitung des Wolfs: Zu lange zugesehen

Münster -

Immer mehr getötete Nutztiere, grauenvoll anmutende Bilder einer gerissenen Schafsherde in Ostsachsen und jetzt der mutmaßlich erste Angriff auf einen Menschen in Niedersachsen – nur wenige Themen schüren seit Jahrhunderten mehr Emotionen und Ängste als das Auftreten des Wolfs. Die politisch Verantwortlichen haben der Diskussion über die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz sehr lange tatenlos zugesehen.

Donnerstag, 29.11.2018, 16:26 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 16:30 Uhr
Der Vorfall mit dem Wolf soll sich in Steinfeld (Landkreis Rotenburg/Wümme) ereignet haben. Foto: dpa

Zu lange, denn die wachsende Population und Ausbreitung ist längst zu einer Gefahr nicht nur für Schafe und andere Nutztiere geworden. Und anders als viele Wolfsromantiker, die ihre kindlichen Vorstellungen vom lieben Wolf gern in der Sicherheit der Großstadt hegen und pflegen, können Wolfsrudel nicht nur Nutztieren Schaden zufügen, sondern stellen in einigen Regionen durchaus auch eine latente Bedrohung für dort lebende Menschen dar.

Unabhängig vom konkreten Fall in Steinfeld, gibt es aktuell keinen Grund zur Panik. Noch nicht. Um aber die gesellschaftliche Akzeptanz auch und gerade für Natur und Tier (konkret auch für den Wolf) zu bewahren, bedarf es jetzt klarer Regeln zum Abschuss bei Gefahr im Verzug für Mensch und Tier.

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