Kommentar
Ärger mit der Eurobahn: Aufs Abstellgleis

Wieder mal die Eurobahn. Das Tochterunternehmen des französischen Keolis-Konzerns ist das größte private Eisenbahnunternehmen in Deutschland – und sorgt regel­mäßig für den größten Ärger. Erst fehlen Lokführer, dann wieder funktionieren Triebwagen nicht: Das Unternehmen brüskiert Kunden und Auftraggeber gleichermaßen und in schöner Regelmäßigkeit.

Mittwoch, 24.01.2018, 20:01 Uhr

Kommentar: Ärger mit der Eurobahn: Aufs Abstellgleis
Wenn nur ein Triebwagen vorfährt, statt wie geplant zwei, wird es mitunter sehr eng. Foto: Blümer

Nun also will der Zweckverband NWL die Reißleine ziehen. Vertragskündigung, Konzessionsentzug. So weit ist der NWL noch nie gegangen. Gut gebrüllt ist aber noch nicht gut gemacht: So nachvollziehbar das Ansinnen ist, es ist juristisch schwerlich umsetzbar. Mal ganz abgesehen davon, dass niemandem damit gedient ist, wenn das Eisenbahnunternehmen Knall auf Fall den Betrieb einstellt – und kein Ersatzanbieter parat steht.

Falsche Weichenstellung

Die Eurobahn aufs Abstellgleis zu stellen, heißt, zu reagieren. Besser wäre es, zu agieren und solche Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen. Noch sieht das Vergaberecht vor, dass derjenige zum Zuge kommen muss, der das kostengünstigste Angebot abgibt. Das bindet dem Auftraggeber die Hände und führt zugleich dazu, dass der Anbieter spart, wo es nur geht. Die Folgen sind bekannt. Zugausfälle, Verspätungen, verärgerte Kunden. Eine völlig falsche Weichen­stellung. 

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