Kommentar
Unruhen im Iran: Die Machtprobe

Mit großer Verblüffung richten sich die Blicke auf den Iran. Über den Jahreswechsel hat sich dort eine landesweite Protestwelle in Gang gesetzt, die in diesem Ausmaß überrascht. Die Islamische Republik gilt als Bastion der radikalen Geistlichkeit – eine Gesellschaft, die unter der Knute der Mullahs steht. Wie kann es sein, dass sich die Menschen nun auf die Straße wagen und sich derart heftig gegen das Regime auflehnen?

Montag, 01.01.2018, 22:01 Uhr

Kommentar: Unruhen im Iran: Die Machtprobe
Das Foto vom 30.12.2017 zeigt Studenten der Universität in Teheran bei einer Demonstration. Foto: Uncredited/AP/dpa

Auslöser der Unruhen sind gewiss in der angespannten wirtschaftlichen Lage zu suchen. Zu wenig Jobs, zu hohe Preise und der Verdacht gegen Präsident Ruhani, die Reichen zu begünstigen. Das internationale Atomabkommen hat dem Iran nicht den erhofften Aufschwung gebracht.

Der allgemeine Unmut hat sich nun offensichtlich verselbstständigt –offene Revolte gegen das Regime in Teheran? Das macht diesen Konflikt so brenzlig. Der Klerus wird nicht tatenlos zuschauen, wie ihm die Macht aus den Händen gleitet. Es steht zu befürchten, dass die Protestwelle mit aller Härte niedergeknüppelt wird.

Das Risiko: Ein ungezügelter Ausbruch von Gewalt könnte Teheran endgültig in die politische Isolation stürzen. Der Hoffnungsschimmer: Der Iran braucht die Öffnung Richtung Westen, damit die Wirtschaft des Landes nicht völlig in die Knie geht. Wer am Ende als Gewinner oder Verlierer aus dieser Machtprobe hervorgehen wird, ist vorerst völlig offen.

Fest steht: Ein politisch instabiler Iran stellt ein hohes Risiko und Gefährdungspotenzial für die Golfregion dar.

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