Architekturrundgang „Münster vor Ort“
Vom Dorf zum Stadtteil

Münster -

Der nächste „Münster vor Ort“-Rundgang führt erstmals nach Hiltrup – und damit in den einwohnerstärksten Stadtteil der Stadt.

Dienstag, 02.05.2017, 16:05 Uhr

Ein Novum in seiner Zeit: Die Stadthalle Hiltrup – erbaut von 1972 bis 1980
Ein Novum in seiner Zeit: Die Stadthalle Hiltrup – erbaut von 1972 bis 1980 Foto: Stefan Rethfeld

Wer hier ankommt, findet eine gedehnte Stadtstruktur vor, die sich von der Meesenstiege bis zum Osttor bandartig über die heutige Marktallee (bis 1975 „ Bahnhofstraße “) erstreckt. Wichtige Orte sind dezentral verteilt – ob Kirchen, Schulen, Missionshäuser oder der Bahnhof. Ein Umstand, der auf die sprunghafte Entwicklung Hiltrups verweist.

In verschiedenen Stationen wird der Architekturrundgang daher die Entwicklung nachzeichnen. Erste Anfänge um 1160 bezeugt heute noch die Kirche Alt-St. Clemens, die unscheinbar an der Westfalenstraße liegt. Das bäuerliche Leben sollte sich erst mit einer Bahnstation ab 1848 und dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals auf östlicher Seite ändern.

Der Industrielle Max Winkelmann entdeckte diese Lagegunst (Schiene, Straße, Wasser) und erweiterte 1903 seine in Hamburg gegründete Lackfabrik („Glasurit“) um eine Zweigstelle in Hiltrup. Ein Werks-Wasserturm aus dem Jahre 1904 ist bis heute sichtbar.

Der damit verbundene Aufschwung führte zu neuen Wohnvierteln samt Schulbauten. Auch wurde die alte Kirche 1913 durch einen Neubau an der Bahnhofstraße ersetzt. Parallel wurde Hiltrup als Ordensort bekannt und zur Heimat der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare. Ab 1897 entstanden gleich zwei große neogotische Missionshäuser (beide von Franz Wucherpfennig d. Ä.) an der Westfalenstraße.

Während das nördliche der Missionsschwestern um 1925-30 durch Carl Brocker erweitert wurde und heute dem Herz-Jesu-Krankenhaus dient, zeigt sich das einstige Haus der Herz-Jesu-Missionare im Süden heute als Mietswohnhaus. Für eigene Zwecke bezogen die Hiltruper Missionare ab 1974 einen modernen Neubau am Klosterwald, den Max von Hausen und Ortwin Rave entwarfen.

Eine Neuaufstellung erfuhr Hiltrup durch die 1975 erfolgte Eingemeindung, die bei den Bewohnern umstritten war. In der Folge wurde das Schulzentrum samt Hallenbad und Stadthalle ausgebaut. Die 1972 bis 1980 nach Plänen von Hans Mirbach errichtete Stadthalle stellte seinerzeit ein Novum dar, verfügte sie doch über eine Mehrzweckhalle samt Kegelbahnen, Restaurant, Schulräumen und VHS-Angebot – und war damit ihrer Zeit voraus.

Zum Thema

Treffpunkt für die dreieinhalbstündige Tour unter Leitung des Architekten und Autoren („Architekturführer Münster“) Stefan Rethfeld am Freitag (5. Mai) um 15 Uhr, am Samstag (6. Mai) und Sonntag (7. Mai) jeweils um 11 Uhr ist die Stadthalle Hiltrup, Westfalenstraße 197. Tickets zum Preis von 13 Euro sind im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13-14, erhältlich. Die nächste Münster vor Ort-Tour führt am 23., 24. und 25. Juni nach Amelsbüren.

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