Der Rock zurück am Ring
Musikfestival findet wieder am Nürburgring statt / Spektakuläres Line-up / Nur noch wenige Tickets

Münster/nürburg -

Als die ersten Tickets für Rock am Ring 2017 in den Verkauf gingen, da stand auf ihnen noch Mendig als Veranstaltungsort. Erst einige Wochen später bewahrheitete sich ein Gerücht, das bereits seit vergangenem Sommer, kurz nach dem Abbruch der Veranstaltung 2016, geköchelt hatte: Rock am Ring kommt zurück an den Nürburgring. Auf der Rennstrecke in der Eifel, mitten in der Boxengasse war das Festival einst groß geworden, hatte Maßstäbe, sowohl musikalisch als auch vermarktungstechnisch, gesetzt. Bis sich die neuen Besitzer des Rings und Festival-Macher Marek Lieberberg nicht mehr auf einen weitere Zusammenarbeit einigen konnten.

Montag, 06.03.2017, 16:03 Uhr

Auf die Aussicht über die Boxengasse am Nürburgring haben Fans lange warten müssen. Nach zwei Jahren in Mendig kehrt Deutschlands größtes Rockfestival nun wieder an die Rennstrecke in der Eifel zurück.
Auf die Aussicht über die Boxengasse am Nürburgring haben Fans lange warten müssen. Nach zwei Jahren in Mendig kehrt Deutschlands größtes Rockfestival nun wieder an die Rennstrecke in der Eifel zurück. Foto: dpa

Mittlerweile haben offenbar beide Parteien gemerkt, dass die Entscheidung von damals nicht uneingeschränkt richtig war – der Nürburgring , weil eine anvisierte Nachfolgeveranstaltung niemals, jedenfalls nicht in der Eifel, stattfand. Lieberberg , weil der neue Platz für Rock am Ring in Mendig Probleme mit sich brachte, mit denen in dem Ausmaß vorher offenbar niemand gerechnet hatte. So wurde die Veranstaltung im zweiten Jahr nach einem Blitzeinschlag am Freitagabend und besorgniserregenden Wetterprognosen für Samstag und Sonntag erst gestoppt, kurz wieder aufgenommen und schließlich ganz abgebrochen. Eine Entscheidung der Behörden, nicht ohne Druck der Politik, die Lieberberg, dass kommunizierte er ganz offen, für falsch hielt – und die letztlich übrigens auch falsch war, immerhin schien an jenem Sonntag in Mendig die Sonne. Doch die Gefahr auf weitere Zwischenfälle war den Behörden nach eigenen Angaben zu groß. Lieberberg, dessen Agentur einen nicht unerheblichen Teil der Eintrittspreise für 2016 zurückerstattete, zog seine eigenen Konsequenzen. Am 5. Dezember wurde auf der Homepage des Festivals bekanntgegeben: „Rock am Ring zurück zum Nürburgring. Mendig nicht mehr haltbar“, hieß es unter anderem in der Meldung mit Verweis auf „ständig erweiterte Auflagen der Naturschutzbehörden im Hinblick auf Umwelt-, Arten- und Gewässerschutz“.

Für seine Rückkehr an den Nürburgring kommt das Festival, für das es nur noch wenige Karten im freien Verkauf gibt, mit einem Programm daher, das den Anspruch die Nummer eins im Lande zu sein untermauert. Mit Rammstein , den Toten Hosen, Broilers, Kraftklub, Marteria , Beginner und Annenmaykantereit kommt die Creme de la Creme der deutschen Musikszene. Zudem führen System of a Down und die Prophets of Rage den Reigen internationaler Acts an. „Die Prophets of who?“, könnte so mancher die Bekanntheit der letztgenannten anzweifeln, doch hinter dem vielleicht noch unbekannten Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss von Musikern von Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy. Neben einem Auftritt in Berlin ist der am Ring der bislang einzige in Deutschland angekündigte der 2016 gegründeten Band.

Aus münsterscher Sicht werden bei Rock am Ring sowie dem Schwesternfestival Rock im Park, jeweils vom 2. bis 4. Juni, zudem die Auftritte von Henning Wehland und den Donots erwartet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4685835?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F1970558%2F4841140%2F4841141%2F
Münster soll „Hauptstadt der Freundlichkeit“ werden
Ein Akt der Freundlichkeit: Künstler Thomas Nufer (l.) möchte Münster zur „Hauptstadt der Freundlichkeit“ machen und geht gleich mit gutem Beispiel voran: Er eilt Passanten zur Hilfe, die gerade ein Erinnerungsfoto vor dem Rathaus schießen wollen.
Nachrichten-Ticker