Wohnen
Der Weg zum bezahlbaren Traumhaus: Sanieren statt neu bauen

Wer momentan als Käufer auf dem Wohnungsmarkt aktiv werden möchte, hat denkbar schlechte Karten. Eigener Wohnraum ist nur noch schwer zu bekommen – besonders dann, wenn man nicht bereit ist, geradezu astronomische Summen auf den Tisch zu legen. Verhältnismäßig günstige Immobilien findet nur noch, wer Abstriche bei Lage oder Zustand des Objekts macht. Das ist zwar nicht optimal, birgt aber auch Chancen.

Montag, 16.10.2017, 04:10 Uhr

Foto: colourbox.com

Der letzte Weg zu günstigem Wohnraum

Dass die Preise für Wohneigentum seit Jahren nur die Richtung nach oben kennen, ist nicht neu – die Nachfrage ist wesentlich größer als das Angebot, besonders in Deutschlands Metropolregionen. Wer bereit war, ein wenig abseits der Ballungszentren ein neues Zuhause zu finden, hatte mit einem Neubau lange eine gute Alternative. Aber auch dort dreht sich die Preisspirale immer schneller: Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge stiegen die Kosten für Neubauten innerhalb des letzten Jahres so stark an wie zuletzt 2008.

Das bedeutet: Verhältnismäßig günstig bekommt man – wenn überhaupt – nur noch Immobilien, die entweder fernab vom Schuss liegen oder sanierungsbedürftig sind. Der letztere Fall muss allerdings nichts per se Schlechtes bedeuten, zumal man für entsprechende Maßnahmen diverse staatliche Fördermaßnahmen in Anspruch nehmen kann und dadurch nicht nur die Wohnqualität verbessert, sondern auch mehrere finanzielle Vorteile hat: Zum vergleichsweise günstigen Kaufpreis der Immobilie gesellen sich die Zuschüsse für die Sanierung und Kosteneinsparungen durch mehr Energieeffizienz. Gleiches gilt für jeden, der bereits eine Immobilie besitzt, aber schöner wohnen und/oder die laufenden Kosten reduzieren möchte.

Heizung, Dämmung, Energie

Welche Maßnahmen gibt es also, und wie sehen die Förderungsmöglichkeiten aus? Einen der größten Energieposten stellt die Heizungsanlage dar. Wenn diese 15 Jahre oder älter ist, stehen die Chancen gut, dass man mit einer Heizungsmodernisierung mittelfristig viel Geld einsparen kann – insbesondere dann, wenn eine Nachtspeicherheizung verbaut ist: Diese Geräte sind wesentlich ineffizienter und im Alltagsbetrieb deutlich teurer als moderne Öl- oder Gasheizungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Gründe für eine Heizungsmodernisierung: So ist zum Beispiel eine solche Maßnahme in bestimmten Intervallen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Doch die beste Heizung bringt wenig, wenn die generierte Wärme nicht in den eigenen vier Wänden bleibt, sondern ein großer Teil aufgrund von schlechter oder nicht vorhandener Dämmung verloren geht. In diesem Fall kommt man um einen Eingriff in die Bausubstanz, bei dem neben dem Einbau einer Wärmedämmung auch die Fenster mit einer Isolierverglasung versehen werden, nicht herum. Das ist zwar nicht billig, aber genau wie für die Heizungsmodernisierung existieren für solche Maßnahmen entsprechende Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Neben besonders zinsgünstigen Krediten gibt es je nach Vorhaben auch direkte Zuschüsse, durch die die finanzielle Belastung teils deutlich reduziert werden kann.

Ebenfalls gefördert werden Maßnahmen wie der Einbau einer Photovoltaikanlage oder einer Brennstoffzelle. Durch eine dieser (oder einer Kombination mehrerer) Maßnahmen kann der Bedarf an externer Strom- und Wärmeversorgung deutlich gesenkt werden und im Idealfall sogar komplett entfallen.

Es kann sich also durchaus lohnen, bei der Suche nach einer Immobilie auch sanierungsbedürftige Objekte nicht von vornherein auszuschließen. Mit etwas Glück und Einsatz kommt man so vielleicht über Umwege doch noch zum bezahlbaren Traumhaus.

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