Stimmt das denn?
Vorurteile rund um Wespen und Bienen im Check

Berlin -

Wespen, Hornissen und Bienen haben ein Problem: Sie machen uns Menschen Angst, ohne dass man Angst vor ihnen haben müsste. Denn keines der Tiere greift einfach an und sticht. Also, wie kann das Zusammenleben besser werden?

Mittwoch, 12.06.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 13:02 Uhr
Die Gemeine Wespe, auch als Gewöhnliche Wespe bezeichnet, hat einen ankerförmigen Fleck zwischen den Augen. Foto: colourbox.com

Sie sind schwarz-gelb und eine Gefahr: Das ist meist das, was man über Wespen, Hornissen und Hummeln denkt. Auch Bienen werden gerne dazu gezählt, aber sie haben ein besseres Image - immerhin produzieren sie unseren Honig.

Doch wie realistisch ist eigentlich die Gefahr, die den kleinen Insekten zugesprochen wird? Und wie kommt man am besten mit ihnen aus? Informationen zu gängigen Fragen und so manchem Vorurteil:

Fragen & Antworten zu Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln

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  • Sind Hornissen-Stiche tödlich? Das Gift der Hornissen ist nicht gefährlicher als das von Bienen und auch nicht von Wespen - denn Hornissen sind Mitglieder der gleichen Familie. Mit Ausnahme von Allergikern oder wenn die Stiche im Mund-Rachenbereich erfolgen, hat man also keinen Grund zur Sorge. Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schmerzt ein Hornissenstich aber stärker, was am längeren und kräftigeren Stachel und an einer Giftkomponente liegen kann. Übrigens: Hornissen greifen niemals grundlos an. Sie ziehen sogar Flucht einem Konflikt vor und sind scheuer als Honigbienen.

    Sind Hornissen-Stiche tödlich?

    Das Gift der Hornissen ist nicht gefährlicher als das von Bienen und auch nicht von Wespen - denn Hornissen sind Mitglieder der gleichen Familie.

    Mit Ausnahme von Allergikern oder wenn die Stiche im Mund-Rachenbereich erfolgen, hat man also keinen Grund zur Sorge. Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schmerzt ein Hornissenstich aber stärker, was am längeren und kräftigeren Stachel und an einer Giftkomponente liegen kann. Übrigens: Hornissen greifen niemals grundlos an. Sie ziehen sogar Flucht einem Konflikt vor und sind scheuer als Honigbienen.

    Foto: Daniel Karmann
  • Sind Wespen aggressive Angreifer?

    Nein. Aber sie sind manchmal etwas aufgedreht und panisch. Vor allem ab Spätsommer, wenn das Sterben des Volkes einsetzt. Während sie bis dahin nur Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven benötigt haben, gehen sie nun gezielt und besonders hartnäckig auf die Suche nach Zucker, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Sie landen dann also erst recht an unseren Tischen und Speisen sowie Getränken

    Foto: Inga Kjer
  • Soll man ruhig bleiben oder haut man besser zu?

    Diese Frage beantworten Tierschützer klar: Auf keinen Fall töten! Im Fall der Hornissen ist das Töten ohne Genehmigung sogar verboten. Nun ist man manchmal einfach so genervt von den schwarz-gelben Plagegeistern, dass man zuschlagen möchte. Ganz zu schweigen davon, dass Ruhe zu bewahren gar nicht so einfach ist, wenn die Insekten einen hektisch umschwirren.

    Trotzdem: Hektisches Handeln macht alles nur schlimmer. Denn wenn man mit den Armen fuchtelt und die Insekten angreift, verteidigen sie sich und stechen zu.

    Auch die Tiere nur vom Arm wegzupusten, ist keine gute Idee, erklärt der Nabu. Das Kohlendioxid im Atem ist für Wespen wie ein Alarmsignal. Übrigens: Schon allein Angstschweiß kann Angriffe auslösen. Allerdings lässt sich dieser ja nicht bewusst unterdrücken. Aber vielleicht sollte man dann besser die Fliege machen, wenn Wespen zu aggressiv wirken.

    Foto: Jens Kalaene
  • Wann bin ich für Wespen besonders interessant?

    Abgesehen davon, dass man Süßes oder Fleisch serviert, können sich die Tiere laut Nabu von Parfümgeruch, Cremes, Politur für Holzmöbel und ähnlichem angezogen fühlen. Und bunte Kleidung lockt eher an.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Was kann ich tun, damit die Tiere kein Interesse an mir haben?

    Glatte, helle und geschlossene Kleidung ist der Tipp der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Speisen und Getränke nicht lange stehen lassen, sondern den Tisch umgehend wieder abräumen oder ganz abdecken. Und man kann es regnen lassen: Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern rät, die Insekten bei Bedarf ein wenig mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Die Tiere denken dann, das Wetter schlägt um und kehren ins Nest zurück.

    Foto: Jens Büttner
  • Stehen die Tiere unter Naturschutz?

    Hornissen sind streng geschützt. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Ist letzteres notwendig, braucht man die Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde vor Ort, erläutert der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband. Auch die meisten anderen Wespenarten stehen unter Naturschutz.

    Nach November kann man aber die Nester von Wespen, Hornissen und Hummeln auch ohne Genehmigung entfernen. Denn laut Nabu ist das Volk dann gestorben und die Königinnen ausgezogen. Das Nest wird nicht mehr besiedelt, auch im nächsten Jahr nicht.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Verursachen die Tiere Schäden am Haus?

    Das kann, muss aber nicht vorkommen. Wespen nutzen Holz für den Nestbau und beschädigen daher schon mal Holzverschalungen oder -verkleidungen. Der Nabu rät, diese mit umweltfreundlichen Lacken und Farben davor zu schützen. Hornissen sind da noch mal etwas spezieller: Um ihren flüssigen Kot abzufangen, sollte man eine Wanne mit Katzenstreu unter ihr Heim stellen oder Empfindliches abdecken. Der Kot kann Verfärbungen verursachen - und riechen.

    Wespen können auch Schäden an der Wärmedämmung eines Hauses hinterlassen. Aber: In den meisten Fällen beginnen Wespen mit dem Nestbau dort, wo bereits vorhandene Risse oder schadhafte Abschlusskanten am Gebäude den Zugang zur Dämmschicht ermöglichen, erläutert die Verbraucherzentrale Thüringen. Der beste Insektenschutz fürs Gebäude sei daher eine fachgemäße Ausführung der Dämmung und die regelmäßige Kontrolle auf Lücken und Risse.

    Foto: Patrick Pleul
  • Wespen erkennt man gut - an der Wespentaille. Es gibt eine Art Einschnitt zwischen dem mittleren Körperabschnitt und dem Hinterleib. Und natürlich trägt sie das typische schwarz-gelbe Körperkleid.

    Am üblichsten sind in Deutschland zwei Arten: Die Deutsche Wespe erkennt man an einer gelben Stelle mit drei schwarzen Punkten zwischen ihren Augen. Die Gemeine Wespe, auch als Gewöhnliche Wespe bezeichnet, hat einen ankerförmigen Fleck an dieser Stelle. Nur diese beiden Arten haben es auf unsere Lebensmittel abgesehen.

    Die Hornisse ist auch eine Wespe - genauer gesagt eine Wespenart, die zusätzlich zum Streifenmuster in Gelb und Schwarz rötlich-braune Bereiche am Kopf und in der Körpermitte hat. Sie ist größer als andere Wespen. Den Unterschied sollte man kennen, denn Hornissen kommen in Deutschland nur noch selten vor und stehen unter Naturschutz - genauso wie Bienen.

    Honigbienen haben zusätzlich zum Streifenkleid einen eher bräunlichen Hinterleib, sind rundlicher und stärker behaart. Und bei einem Stich verlieren sie ihren Stachel, Wespen nicht.

    Hummeln gehören zu den Bienen, daher können sie ebenfalls stechen. Die vergleichsweise dicken Brummer tragen noch mehr Fell als die Bienen. Sie wirken gemütlich, wenn sie durch die Gegend schwirren. Sie interessieren sich nicht für Lebensmittel, sondern suchen Nektar.

    Schwebfliegen sind nur scheinbar Wespen - und komplett harmlos. Sie können nicht einmal stechen. Ihr schwarz-gelbes Kleid ist reine Tarnung. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen. Am ehesten erkennt man sie am Flug: Sie können wie Kolibris still in der Luft schweben und dann blitzartig vorwärts oder rückwärts lossausen. Und wer es schafft, sie im Stillstand von der Nähe zu betrachten, erkennt: Schwebfliegen haben wie die Fliegenarten nur zwei ausgereifte Flügel - Bienen und Wespen vier.

    Foto: dpa-infografik GmbH
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Groß war die Freude bei (v.l.) Dorothee Ostermann, dass sie an der Trauung von Catarina Merz und Sohn Nils Hölting teilnehmen konnte. Ermöglicht haben das der Wünschewagen des ASB und die Helfer (v.r.) Franziska Burlage, Marlies Kogge und Christian Zimpel.
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