Familie
Reden muss man, ehe das Tischtuch zerrissen ist

Jeder Mensch, der heiratet kennt in der Regel die statischen Erfolgschancen der eigenen Ehe. Auf jede dritte Hochzeit in Deutschland folgt früher oder später das Scheidungsurteil. Geschieden zu sein hat schon lange nichts mehr von einem persönlichen Makel. Entsprechend zahlreich und vielfältig zusammengesetzt sind die viel beschriebenen Patchwork Familien. 

Mittwoch, 22.05.2019, 10:05 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 10:13 Uhr
Manchmal sind getrennte Wege unvermeidlich. Foto: Pixabay.com / pasja1000

Mehr persönliche Freiheit für alle Beteiligten

Diese Entwicklung hat vielfach eher zu einer Stärkung der Gesellschaft beigetragen als zu einer Schwächung. An gescheiterten Ehen festzuhalten ist in der Regel nicht im Sinne der Betroffenen und erst recht nicht im Interesse der gemeinsamen Kinder. Vielmehr ist es sinnvoll, Trennungen dort zu vollziehen, wo die Grundlagen für ein gemeinsames Leben nicht mehr vorhanden sind. Andererseits sollte ein solcher Schritt nicht bedeuten, dass keinerlei Kommunikation mehr möglich ist, gerade wenn es um Familien mit Kindern geht.

Emotional belastend - finanziell prekär

Das Ende einer Ehe ist in so gut wie allen Fällen für beide Seiten aufwühlend. Zum emotionalen Durcheinander kommen meist noch finanzielle Probleme. Wenn mit den gleichen Einkommen statt einem plötzlich zwei Haushalte finanziert werden müssen und dann auch noch steuerliche Privilegien wegfallen, kommen viele Menschen an ihre finanziellen Grenzen, Dies umso mehr, als häufig beide Seiten ihren eigenen Anwalt beauftragen, um neben der Scheidung auch Fragen des Unterhalts sowie des Sorge- und Umgangsrechts gerichtlich klären zu lassen. 

Sinnvolle Lösungen finden

In einer solchen Situation ist es oft schwierig, die getrennte Zukunft so zu planen und zu gestalten, dass alle Beteiligten sich gut mit dem Ergebnis arrangieren können. Die gegenseitigen Verletzungen, die das Ende der Ehe beschleunigt haben, werden vielfach weiter fortgesetzt. Mit entsprechend harten Bandagen wird beim Zugewinnausgleich genauso um jeden Euro gefeilscht wie beim Unterhalt. Meist fühlen sich am Ende beide Seiten als Verlierer. Deshalb macht es gerad ein dieser Phase Sinn, den Versuch zu unternehmen, Abstand von der Materie zu gewinnen und nach sinnvollen Lösungen zu suchen.

Besser schon vorab regeln

Deutlich einfacher ist es allerdings, sich bereits im Rahmen einer funktionierenden Partnerschaft mit dem möglichen Ende zu beschäftigen. Das ist zwar genauso unangenehm wie der Vergleich zwischen Versicherungen zur Berufsunfähigkeit oder das Abfassen eines Testaments, hilft aber im Falle eines Falles tatsächlich weiter. Wenn Fragen wie die Trennung des Vermögens, der Verbleibt der Kinder und der zu zahlende Unterhalt bereits geregelt sind, kann die Trennung deutlich geordneter und zivilisierter vollzogen werden .

Keine Scheu wegen der Kosten

Natürlich kostet ein (auch nachträglich möglicher!) Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung Geld in Form von Gebühren für den Notar. Allerdings liegen diese deutlich geringer als die Kosten, die entstehen, wenn eine Scheidung vor Gericht bis zum bitteren Ende ausgefochten wird. Insofern lässt sich diese Ausgabe als einmalig zu zahlende Versicherungsprämie ansehen. Und falls die Klauseln des Vertrages nie zum Tragen gekommen sein sollten, kann man sich fünfzig Jahre später bei der Goldenen Hochzeit vermutlich köstlich darüber amüsieren, über welche Probleme man sich als junger Mensch Gedanken gemacht hat.

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