Lebensmittel-Prüfung
Stiftung Warentest: Hände weg von dieser Butter

Berlin -

Ohne sie ist ein Brot oder Croissant nur halb so gut: Butter. Verbraucher können beim Kauf nicht viel falsch machen, viele Produkte sind geschmacklich und hygienisch einwandfrei - doch es gibt auch Ausreißer.

Mittwoch, 21.03.2018, 10:03 Uhr

Ohne Butter fehlt etwas auf dem Brot: Auch billige Produkte schnitten bei einem Test der Stiftung Warentest gut ab. Foto: Christin Klose

Gute Butter muss nicht viel kosten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Stiftung Warentest. Jede zweite von 30 getesteten wurde für «gut» befunden, heißt es in der Zeitschrift «test» (Ausgabe 04/2018). Doch ein Produkt von Kerrygold fiel im Test durch.

Bei mildgesäuerter Butter liegen Edeka Gut & Günstig (1,29 Euro) und Sachsenmilch (2,39 Euro) vorn, gefolgt von Aldi Süd Milfina (1,29 Euro) und Frau Antje (2,69 Euro). Neunmal wurde die Note «befriedigend» vergeben.

Butter-Sorten

Butter ist nicht gleich Butter. Stiftung Warentest gibt Empfehlungen, welche Sorte zu welchem Essen passt:

  • Multitalent: Mild­gesäuerte Butter. Wenn es um das Früh­stücks-Croissant oder feine Speisen geht, greifen viele lieber zur Butter als zur Margarine. Mild­gesäuerte Butter zum Beispiel ist ein Multitalent. Sie schmeckt mild-säuerlich und eignet sich als Aufstrich auf Brot und Brötchen, passt zu süßlich-säuerlicher Konfitüre und mildem Aufschnitt. Sie verfeinert Gemüse, Aufläufe und Kuchen.
  • Für Soßen und Süßes: Süßrahmbutter. Mit ihrem rahmigen Geschmack ist Süßrahmbutter ideal für Honigbrötchen. Manche Kuchenfans ziehen sie der mild­gesäuerten Butter für ihre Kuchen- und Torten­werke vor. Spitzenköche schwören auf Süßrahmbutter, wenn es um die Zubereitung von Soßen geht. Grund: Sie bindet Soßen besonders gut, weil sie kaum ausflockt.
  • Zu Deftigem: Sauerrahmbutter. Wer es deftig mag: Der säuerliche Geschmack von Sauerrahmbutter passt besonders gut aufs Brot. Schinken als Auflage macht die Jause perfekt. Sie eignet sich auch für Wild oder Eintöpfe. Verantwort­lich für das säuerliche Aroma sind übrigens Milchsäurebakterien, die dem Rahm zugesetzt werden.
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Keime in Süßrahm-Butter von Kerrygold

Neben mildgesäuerter Butter wurden auch Süß- und Sauerrahmbutter geprüft. Die beste Süßrahmbutter kommt von Rewe Bio (2,15 Euro). Die Original Irische Süßrahm-Butter von Kerry­gold hat den Test dagegen nicht bestanden und bekam nur ein «Mangelhaft». Im Labor wurde hier eine hohe Zahl an Keimen festgestellt, was auf mangelnde Hygiene bei der Produktion schließen lässt.

Insgesamt wurde bei Süßrahmbutter fünfmal die Note «gut», sechsmal die Note «befriedigend», einmal ein «Ausreichend» und einmal ein «Mangelhaft» vergeben.

Bei Sauerrahmbutter wurden nur zwei Produkte getestet: Eines schnitt «gut» ab, das andere «ausreichend».

Reaktion des Herstellers

Am Mittwochnachmittag reagierte der Hersteller Kerrygold mit einer Stellungnahme auf die Ergebnisse der Stiftung Warentest:

"Im heute veröffentlichten Butter-Test der Stiftung Warentest sind zwei Butter-Produkte von Kerrygold getestet worden. Dabei bekam die bekannte klassische Kerrygold Butter in der goldenen Verpackung von der Stiftung Warentest eine sehr gute mikrobiologische Beurteilung und das Gesamturteil 'Gut'. Die Original Irische Süßrahmbutter von Kerrygold mit der gelben Folien-Verpackung ist aufgrund einer zu hohen Keimzahl abgewertet worden. Diese Untersuchung fand im November 2017 statt.

Nach Bekanntwerden der kritischen Beurteilung haben wir sofort nochmals die Dokumentation über die Produktion des entsprechenden Tages geprüft. Alle unsere Produkte werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich unterschiedlichster Qualitätskriterien kontrolliert und die Ergebnisse protokolliert. Daher können wir bestätigen, dass die Süßrahmbutter mit dem untersuchten Mindesthaltbarkeitsdatum unser Haus in einem einwandfreien Zustand verlassen hat. Auch alle anderen Produkte, die an diesem Tag hergestellt worden sind, waren zu 100 % in Ordnung. Deswegen halten wir es für wahrscheinlich, dass bei den von der Stiftung Warentest untersuchten Produkten eine Unterbrechung der Kühlkette zu dieser erhöhten mikrobiologischen Belastung geführt hat. Produkte mit dem getesteten Mindesthaltbarkeitsdatum sind seit November 2017 nicht mehr im Markt.

Kerrygold steht jederzeit für hervorragende Produktqualität und ist höchsten Qualitätsstandards verpflichtet. Alle Produkte werden vor Verlassen des Hauses eingehend geprüft. Erst in diesem Monat ist unsere Produktionsstätte erneut nach den höchsten internationalen Lebensmittelstandards vom TÜV Rheinland geprüft worden.

Den von der Stiftung Warentest formulierten Vorwurf der mangelnden Produktionshygiene weisen wir eindeutig zurück. Lebensmittelproduzenten werden regelmäßig sehr genau auf Hygienestandards überprüft. Die letzte Hygieneüberprüfung fand in unserem Betrieb im Februar 2018 statt und wurde ohne jegliche Beanstandung abgeschlossen. Produktqualität wird im Hause Kerrygold großgeschrieben und ist die Basis unseres langjährigen Erfolgs auf dem deutschen Markt. Daher können Sie auch in Zukunft unseren Produkten ohne Einschränkung vertrauen."

So wurde getestet

Während die amtliche Butter­prüfung nur Stich­proben erfasst und zudem spätestens zehn Tage nach Herstellung stattfindet, prüft die Stiftung Warentest am Ende der Mindest­halt­barkeit. Dabei unter­suchen die Tester sensorische Eigenschaften wie Aussehen, Geruch, Geschmack genauso wie Schad­stoffe und Keime. Daneben gingen auch Streich­fähig­keit, Verpackung und Deklaration in die Testnote ein.

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Tipp: Butter einfrieren

Der Preis bei Butter schwankt mitunter relativ stark - für Verbraucher kann es sich daher lohnen, Butter einzufrieren. Allerdings büßt sie dadurch etwas an Geschmack ein. Gefrierbrand lässt sich vermeiden, wenn man die Butter originalverpackt in einer Dose oder einem Gefrierbeutel tiefkühlt. Im Kühlschrank taut Butter in zwei bis drei Stunden auf, bei Raumtemperatur geht es schneller.

Das bedeutet «Deutsche Markenbutter»

Für Butter gibt es zwei Handelsklassen: «Deutsche Markenbutter» und «Deutsche Molkereibutter». An Molkereibutter werden geringere Anforderungen gestellt. Welche Kriterien die Deutsche Markenbutter erfüllen muss, erklärt die Stiftung Warentest:

Zutaten: Um sich Deutsche Markenbutter nennen zu dürfen, muss die Butter unmittelbar aus pasteurisiertem Rahm hergestellt werden. Bei der Produktion erlaubt sind nur Wasser und Speisesalz. Welche Milchsäurebakterien die Molkerei zusetzen darf, ist ebenfalls vorgegeben.

Kontrollen: Hersteller müssen eine Zulassung beantragen, wenn sie Deutsche Markenbutter produzieren wollen. Nach der Zulassung muss der Hersteller weiter jeden Monat Proben an die zuständige amtliche Qualitätskontrolle zur Untersuchung schicken.

Fünf Punkte: Amtliche Kontrolleure prüfen Eigenschaften wie Aussehen, Geruch, Geschmack. Auch die Textur - Strukturen in der Butter wie Poren, Schichten und Risse - wird geprüft. Weiterhin spielen pH-Wert, Streichfähigkeit und Wasserverteilung eine Rolle. Deutsche Markenbutter muss in diesen Kategorien jeweils mindestens vier von fünf Punkten erreichen.

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