Training und Kopfschutz
Fahrten auf E-Tretroller unbedingt üben

Schon bald sollen E-Tretroller über Straßen und Radwege rollen. Wer vorhat, damit zu fahren, sollte dies keinesfalls unvorbereitet tun. Die kleinen Fahrzeuge sind nicht so harmlos, wie sie aussehen.

Mittwoch, 22.05.2019, 16:23 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 16:26 Uhr
Wer sich einen E-Tretroller anschafft, sollte nicht unvorbereitet auf das Gefährt steigen. Foto: Christoph Soeder

Stuttgart (dpa/tmn) - Bevor sie bald ins Verkehrsgeschehen rollen, üben Fahrer von E-Tretrollern lieber vorher und machen sich mit deren Fahreigenschaften vertraut. Die Kombination aus den kleinen Rädern und dem hohen Lenker hält die Expertenorganisation Dekra für besonders brisant.

Wer zum Beispiel zu stark mit der Vorderradbremse verzögert oder sein Gewicht beim Bremsen nicht genug nach hinten verlagert, dem drohe ein Sturz über die Lenkstange. Ist die Fahrbahn nass, schmutzig oder uneben, sollte mit erhöhter Sturzgefahr gerechnet werden. Auch wenn es für diese bis zu 20 km/h schnellen Gefährte keine Helmpflicht gibt, rät Dekra zum Kopfschutz.

Elektro-Tretroller sind in Deutschland ab dem 15. Juni zugelassen. Die Bundesregierung machte nun endgültig den Weg frei. Für diese E-Scooter gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Sie sollen künftig ab 14 Jahre fahrbar sein, brauchen aber eine Kfz-Haftpflichtversicherung. In der Regel sollen die Roller auf Radwegen oder Radfahrstreifen fahren - gibt es keine, soll auch die Fahrbahn genutzt werden dürfen.

Die neuen E-Roller sollen insbesondere für kurze Strecken etwa von der Bushaltestelle ins Büro oder zum Geschäft ein paar Straßen weiter ein neues Angebot sein. Sie sind in der Regel kleiner und leichter als Fahrräder, oft lassen sie sich auch zusammenklappen. Anbieter von Leih-Rollern stehen in größeren Städten in den Startlöchern. Auch in ICEs und Intercitys sollen die Gefährte nach Angaben der Bahn kostenlos an Bord dürfen - zusammengeklappt unter oder über dem Sitz.

Allerdings gibt es weiterhin auch viele Bedenken, was Sicherheit, Ärger mit Radfahrern und Umweltaspekte angeht. Einen Helm müssen die Tretroller-Fahrer nicht tragen, sie brauchen auch keinen Führerschein. Anders als Fahrräder sollen die neuen Gefährte versicherungspflichtig sein, dafür soll es einen Aufkleber geben.

Der ADAC rät Interessenten, mit dem Kauf von Elektrotretrollern zu warten, bis Händler offiziell zugelassene Modelle anbieten. Eine ADAC-Sprecherin sagte, die meisten der bislang auf dem Markt erhältlichen E-Tretroller seien für den Straßenverkehr nicht zugelassen. Eine nachträgliche Zulassung sei kompliziert und teuer. Es sei aber damit zu rechnen, dass Händler zeitnah offiziell zugelassene Modelle anbieten.

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