Brücken in die Hansestadt
Rolling Stones erinnern an ein Bremen-Konzert von 1998

Wenn Mick Jagger und Co. anrücken, muss vieles auf den Kopf gestellt werden. So war es auch vor 21 Jahren in Bremen. Nun ehren die britischen Rockgötter die Hansestadt auf ihre Weise.

Samstag, 22.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.06.2019, 06:04 Uhr
Die Rolling Stones tragen Bremen im Herzen. Foto: Kevin Mazur

Bremen (dpa) - Am 2. September 1998 spielten die Rolling Stones im Bremer Weserstadion - und es gibt viele Einheimische, die sich noch gut an dieses Konzert erinnern.

Willi Lemke (72) zum Beispiel, damals Manager des Fußballclubs Werder Bremen, später SPD-Politiker in der Hansestadt. «Das war mit Sicherheit eines der Highlights für das Weserstadion», erzählt er. Mick Jagger und seine Band stiegen mit dem Klassiker «Satisfaction» ein und beendeten den Auftritt zweieinhalb Stunden später mit «Brown Sugar».

Nun haben die Rolling Stones in den vielen Jahrzehnten ihrer Karriere viele gute Konzerte gegeben, woher sonst käme der Ruf als größte Rock 'n' Roll-Band der Welt? Aber dem Bremer Konzert wird mit 21 Jahren Abstand eine besondere Ehre zuteil. Die Stones bringen es als offiziellen Konzertfilm heraus: «Bridges To Bremen» heißt die DVD/CD-Box, 22 Songs aus dem Weserstadion, vier Bonustracks vom Soldier Field in Chicago/USA.

Mit der Ankündigung des Bremen-Films hatten die Stones im Frühjahr die Zwangspause nach Jaggers Herz-Operation überbrückt. Nur vergaßen die Rockgötter mitzuteilen, warum ihre Wahl auf dieses alte Konzert gefallen ist. Auch das Label Rock Eagle Entertainment äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Bremen war mit 32.300 abgesetzten Tickets nicht einmal ausverkauft gewesen. Das war der damals schon legendären Band auf jener Europa-Tournee mit dem Titel «Bridges To Babylon» nur selten passiert. Doch Bremen, das passt ja schon sprachlich mit dem Stabreim «Bridges To Bremen». Es war die erste Tournee der Stones, bei der die Fans bei jedem Konzert einen Song ins Programm wählen durften - in Bremen die Ballade «Memory Motel».

Stones-Fan war Willi Lemke in seiner «Sturm- und Drang-Zeit von 17 bis 23 Jahren» gewesen: «Da fand ich die Stones besser als die Beatles. Das hat sich dann später gedreht», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem 1998er Konzert musste das Stadion mit Bühne, Garderoben und VIP-Räumen kompliziert vorbereitet werden. «Es war unglaublich viel Theater damit verbunden.» Und als Werder-Manager durfte Lemke der Band vor dem Konzert dann sogar die Hände schütteln.

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