Film
Willy Bogner feiert 50. Jubiläum als Filmemacher

München (dpa) - Geht nicht gibt's nicht - an Willy Bogners Credo mussten viele Freunde und Filmpartner glauben. Wenn sie vor ihm die Machbarkeit von besonders spektakulären Filmstunts in Frage stellten, reagierte er mit Stirnrunzeln. Es war gefürchtet, denn es sollte heißen: «Natürlich geht das!»

Sonntag, 29.06.2014, 13:06 Uhr

Nächtelang mussten manche Skifahrer grübeln, letztlich bekam Bogner die meisten umgebogen und seine außergewöhnlichen Stunts in den Kasten. Was seine Filme bei den Zuschauern noch imposanter rüberkommen ließ. «Erst hast du die Idee, die wahnsinnig ist, dann schaltest du das Gehirn ein und fragst dich: Warum geht das eigentlich nicht? Dann findest du die Mitstreiter», erläuterte der 72-Jährige auf einer Gala zu seinen Ehren beim Filmfest München am Samstagabend.

«Willy kam mit seinen Ideen oft erst am Set rüber», erzählte der Münchner Filmemacher Jochen Richter auf dem Galaabend. Als absoluten Profi beschrieben ihn viele seiner Weggefährten und Partner, darunter Otto Waalkes, Markus «Wasi» Wasmeier, Fuzzy Garhammer und Jochen Schweizer. Bogner brachte mehr als 30 eigene Filme heraus. 1985 erhielt er sogar den Bambi, 1986 den Bayerischen Filmpreis für seinen selbst produzierten Film «Feuer und Eis». Darüber hinaus ist Bogner Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Mittlerweile blickt der Regisseur, Kameramann und Produzent auf eine 50-jährige Schaffenszeit zurück. Stets im Mittelpunkt: die Schneefaszination. Der gebürtige Münchner begann seine Karriere einst als erfolgreicher Skirennläufer. Schon während seiner aktiven Sportzeit entdeckte er seine Leidenschaft fürs Filmen: Als Athlet bei Olympia 1960 drehte Bogner nebenbei im Olympischen Dorf.

Er hatte das schon immer machen wollen, erkannte früh Lust und Talent. Die Eltern aber drängten ihn, sich um die Modefirma zu kümmern. Nur um die Firma. «Für den Junior immer eine schwierige Situation», erkannte Bogner. Er fand einen Weg, beides zu kombinieren. Und die Filme wurden immer spektakulärer. Auch für James-Bond-Streifen drehte er mehrmals actionreiche Skiszenen im Eiskanal oder auf der Piste. Roger Moore brachte er einst sogar das Skifahren bei.

Auch im Alter muss er immer noch neue Techniken ausprobieren - auf Skiern und mit der Kamera. «Im Schnee und beim Filmen darf man wieder wie ein Kind sein. Das ist ein großes Privileg», sagte er. An der Frage, was er noch vorhabe, störe ihn das Wörtchen «noch»: In seinem Kopf habe er unzählige Ideen, «die alle verwirklicht werden wollen». Vor allem die Technik macht Bogner dies heute leichter. Von kleinen Helmkameras wie heute konnte er in den sechziger Jahren nur träumen: Kamerafahrten mit einer 30 Kilogramm schweren Ausrüstung trotz 80 Kilometern pro Stunde produzierten spektakuläre Bilder - und zeugen von seinem Mut.

Angst habe er allerdings schon manchmal gehabt. «Angst ist für einen Olympia-Rennfahrer eine bekannte Größe», bekannte er. Kein Skisportler könne ihm erzählen, dass er vor einer Abfahrt noch nie Angst gehabt habe. «Sie ist ein wichtiger Warner, aber wenn man sie ernst nimmt, kann man sie auch ins Positive umdrehen», sagte er.

Aber Bogners Wagemut hat auch schwarze Seiten: Im Jahr 1964 wurde seine damalige Lebensgefährtin Barbi Henneberger von einer Lawine getötet. Eine Gruppe von 14 Weltklasse-Skiläufern unter seiner Führung hatte die Schneemassen ausgelöst. Da sie mehrfach vor der hohen Lawinengefahr gewarnt worden waren, musste sich der Filmemacher sogar vor Gericht verantworten. Dieses dunkle Kapitel spielte aber bei der Gala keine Rolle.

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