Bundestag
Planspiele für den Fall der Fälle

Tecklenburg/Berlin -

Noch ist nicht klar, ob es eine Groko geben wird. Doch Anja Karliczek, CDU-Politikerin aus dem Kreis Steinfurt, denkt für den Fall der Fälle schon weiter.

Donnerstag, 11.01.2018, 12:01 Uhr

Bundestag: Planspiele für den Fall der Fälle
Anja Karliczek Foto: Tobias Koch

Ein wenig hält der Trennungsschmerz noch an. „Ja, unsere und meine Liebe galt Jamaika. Das hätte neue Reize in der Politik vermittelt und vor allem befriedend auf die Gesellschaft gewirkt.“ Doch Jamaika ist Geschichte – und deswegen schaut Anja Karliczek nach vorn. Dabei richtet die CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Steinfurt den Fokus erst einmal auf Inhalte: Die Steuerpolitik, die Zukunft der Landwirtschaft gerade in einer ländlich strukturierten Region, die Zukunft des Gesundheitswesens – es gibt viele Probleme, die eine neue Bundesregierung anzupacken hat.

„Die Geschwindigkeit der Veränderungen in der Arbeitswelt hat weltweit extrem zugenommen“, sagt die Finanzexpertin. Sie spricht sich im Gespräch mit Journalisten für Reformen mit Augenmaß aus, die auch den Praxistest bestehen. „Die unterschiedliche Bezahlung von Allgemeinmedizinern und Fachärzten zum Beispiel kann meiner Meinung nach nicht so weiter auseinanderlaufen. Da brauchen wir behutsame Eingriffe.“

Doch Veränderungen und Reformen setzen eine Regierung voraus. Und da ist Karliczek nicht besonders optimistisch, dass die SPD den Sprung in die große Koalition schafft. „Ich sehe vor allem mit Sorge auf den Parteitag. Die Zustimmung erscheint mir da doch nicht sicher.“ Und wie geht es dann weiter? Neuwahlen? „Davor habe ich für unsere Partei keine große Angst“, sagt die vor einem Jahr zur parlamentarischen Geschäftsführerin ihrer Fraktion gewählte Münsterländerin.

Aber ein erneuter Urnengang könnte durchaus die politischen Ränder weiter stärken. Also doch eine Minderheitsregierung, wenn es mit Union und SPD nicht geht? „Wenn der Bundespräsident sich dazu entschließt, den Bundestag nicht aufzulösen, dann wird sich die Kanzlerin im Parlament zur Wahl stellen.“ Aber, so glaubt Karliczek weiter, nicht allein, sondern mit einem Partner. „Das dürften die Grünen sein.“

Sollte es dann doch irgendwann einmal Neuwahlen geben, steht für Karliczek eines auf jeden Fall fest: „Dann wird Angela Merkel wieder antreten.“

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