„Keine überstürzte Rückkehr zu G9“ Lehrerverband warnt vor Schnellschüssen

Düsseldorf -

Bloß nicht alte Fehler wiederholen: Der Verband Bildung und Erziehung hat vehement vor einer überstürzten Rückkehr zum Abitur nach neun Gymnasialjahren (G9) gewarnt. 

Von Hilmar Riemenschneider
Yvonne Gebauer
Yvonne Gebauer

„Schulverwaltungen und Lehrkräfte benötigen genügend Zeit, um die Veränderung vernünftig zu organisieren“, mahnte der Landesvorsitzende Udo Beckmann am Mittwoch. „Unter einer zu schnellen Umsetzung litten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegien.“ Grund für den dringenden Appell: Am Abend über­gaben Vertreter der Elterninitiative „G9 jetzt“ in Düsseldorf rund 12 000 in einer Online-Petition gesammelte Unterschriften an Schul­ministerin Yvonne Gebauer ( FDP ), mit denen sie sich für einen früheren Start von G9 einsetzen. Eine formale politische Konsequenz hat die Online-Petition aber nicht.

CDU und FDP haben entschieden, dass alle Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/20 zu G9 zurückkehren – außer sie entscheiden sich für G8. Der Wechsel soll sukzessive ab Klasse fünf beginnen. Weil die Änderungen für sie minimal seien, will Gebauer zudem die Kinder der dann sechsten Klasse einbeziehen: G9 beträfe also die jetzigen Dritt- und Viertklässler. Jede schnellere Gangart bringe zu viel Un­ruhe in die Schulen und scheitere an fehlenden Räumen, warnt sie.

Der Initiative „G9 jetzt“ reicht das nicht: Sie will mit der Online-Petition erreichen, dass auch die jetzt in den Klassen 5 bis 7 versetzten Schüler ein Jahr mehr fürs Abi bekommen. In einem ­offenen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet rügt die Initiative, sonst blieben diese Klassen in „G8-Geiselhaft“. Immerhin habe Niedersachsen bewiesen, dass ein fliegender Wechsel zu bewältigen sei.

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