Schulpolitik-Baustellen Viertklässler können mit G9 planen

Düsseldorf -

Schon die Schülerinnen und Schüler der am Mittwoch startenden vierten Klassen können, wenn sie ab dem Schuljahr 2018/19 auf ein Gymnasium wechseln, ihr Abitur nach neun Jahren Mittel- und Oberstufe (G9) ablegen. Die neue Schul­ministerin Yvonne Gebauer (FDP) kündigte am Freitag an, sie werde dazu im Herbst den Gesetzentwurf vorlegen, bis Sommer 2018 soll er beschlossen werden. 

Von Hilmar Riemenschneider
Yvonne Gebauer
Yvonne Gebauer Foto: dpa

Formal soll die Leitentscheidung über die Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2019/20 greifen. Sie werde auch auf die dann in die Klasse sechs wechselnden Kinder aus­geweitet, sagte Gebauer . „Die heutigen Dritt- und Viertklässler an den Grundschulen machen dann an den Gymnasien G9.“

Zu Beginn des neuen Schuljahres berichtete die Ministerin von großen Personalsorgen: Bisher habe nur jede zweite von 5407 freien Stellen besetzt werden können. Neben 2883 Neueinstellungen liefen aber noch 385 Besetzungsverfahren. 

Es herrscht Personalmangel in Schulen

Doch für 2139 Lehrerstellen gebe es bislang kein Personal. „Das heißt, dass keine weitere Zeit verstreichen darf“, betonte Gebauer. Sie will angehende Lehrer für die Sekundarstufe I und II, die keine Stelle bekommen haben, für zwei Jahre an Grundschulen gewinnen. Dort wirkt sich die Lücke besonders eklatant aus. Die Lehrer bekämen zwar weniger Gehalt, dafür werde ihnen anschließend eine Stelle am Gymnasium oder an einer Sekundarschule garantiert.

Zu den von der rot-grünen Vorgängerregierung hinterlassenen „großen, aber ungelösten Aufgaben“ zählte Gebauer die Inklusion. Fast 129 000 der rund 2,5 Millionen Schüler des beginnenden Schuljahres hätten einen pädagogischen Förderbedarf. 43,2 Prozent von ihnen werden an allgemeinen Schulen unterrichtet, 73.270 an Förderschulen.

ellen sind.

Von den 17 im letzten Schuljahr auslaufenden Förderschulen seien drei „gerettet“ worden, darunter die Uppenbergschule in Münster. Gebauer beklagte, es ­fehle ein Überblick über die Inklusionspraxis. „Es haben sich viel zu viele Schulen auf den Weg gemacht.“  

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