Die Fremde im Pendlerzug
„The Commuter“: Eisenbahn-Thriller

In den letzten Jahren ist der Ire Liam Neeson mit Actionfilmen wie der „Taken – 96 Hours“-Trilogie, „Non-Stop“, „Run All Night“ und dem in Berlin gedrehten „Unknown Identity“ (bester aus der Krawall-Sammlung) so etwas wie der Bruce Willis der Mittelschicht geworden, der er mit einigem verbalen Witz auch im Action-Thriller „The Commuter“ (Der Pendler) Ausdruck verleiht.

Freitag, 12.01.2018, 11:01 Uhr

Was man nicht alles in der Zugtoilette findet! Pendler MacCauley (Liam Neeson) erhält hier seinen Vorschuss auf einen gefährlichen Job.
Was man nicht alles in der Zugtoilette findet! Pendler MacCauley (Liam Neeson) erhält hier seinen Vorschuss auf einen gefährlichen Job. Foto: Studiocanal

Als ehemaliger Cop und in die Schuldenfalle geratener Versicherungsmakler in New York gerät Michael MacCauley (Neeson) direkt am Tag seines Hinauswurfs durch einen fiesen Yuppie, der ihn als „guter Soldat“ verhöhnt, in die Krise seines Lebens.

Im Vorortzug macht ihm eine attraktive Fremde ( Vera Farmiga , „Up in the Air!“) ein unmoralisches Angebot – mit 25 000 Dollar Vorschuss, in der Zugtoilette versteckt. Und nach Erfüllung des damit verbundenen Jobs soll er weitere 100 000 Dollar erhalten. Es gilt, bis zum Zielbahnhof einen Unbekannten mit einer Tasche zu entlarven, deren Inhalt brisant ist. Worum es geht, ginge ihn nichts an.

Da MacCauley sich den Vorschuss greift, aber nicht weiter mitmachen will, wird ihm mit zwei Leichen und der Entführung von Frau und Sohn klargemacht, wohin die Reise geht. Das Wettrennen gegen die Zeit kann beginnen. Es führt in rasantem Tempo, den Vorgaben des Eisenbahn-Thrillers gehorchend, durch die Abteile und unter den Zug, zwischen die Räder und über die Gleise und führt zu einer Affäre mit Korruptionshintergrund im Rathaus.

Für Genrefreunde ist das spannend und teils nervenzerrend. Leeson aber nimmt man trotz seiner imposanten Statur den Actionhelden in einigen unwahrscheinlichen Szenen nicht mehr wirklich ab. Langsam sollte die Action-Tour des Ü-65 ein Ende finden.  

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