Kino-Kritik „Good Time“: Krimi-Juwel

Sie wollten nur eine Bank ausrauben, doch bei der Flucht geht die Sache schief, im Geldsack explodiert ein Sicherheitspäckchen mit Pink-Farbe: Connie (Robert Pattinson) kann entkommen, sein geistig zurückgebliebener Bruder Nick (gespielt von Co-Regisseur Benny Safdie) kommt in den Knast. 

Connie (Robert Pattinson) hat Farbe bekommen.
Connie (Robert Pattinson) hat Farbe bekommen. Foto: dpa

Connie will das Geld für die Kaution verwenden, doch es reicht nicht. Er will den Bruder entführen – und nimmt den falschen mit. Immer mehr verstrickt er sich im Schlamassel.

Die Story ist nicht das Spannende an diesem Krimidrama, die Inszenierung ist es: Die Safdie-Brüder Benny und Josh drehten einen fiebertraumartigen Trip durch eine einzige New Yorker Nacht, füllen ihre Breitwandbilder mit Handkamera-Nahaufnahmen und lassen Pattinson als verpeilten Kleinganoven sein vampirblasses „Twilight“-Image ad acta legen.

Ein Extralob gibt‘s noch für den Elektro-Soundtrack von Oneohtrix Point Never, der in Cannes im Mai völlig zu Recht den Preis für die beste Musik gewann. Vieles erinnert hier an Scorseses „Hexenkessel“ oder Lumets „Hundstage“: „Good Time“ ist junges, frisches Gangsterkino mit Blick zurück aufs New-Hollywood-Kino. Sehenswert.

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