Die Mütter der Mütter „Bad Moms 2“: Zu harmonieseliges Weihnachts-Sequel

Der erste Teil war letztes Jahr ziemlich lustig: Drei überforderte Mütter rebellierten gegen die an sie in Beruf, Ehe und Erziehung gestellten, übertriebenen Anforderungen, mit viel derbem Humor und ein paar sehr guten Pointen über vegane Kuchenbasare und diktatorische Elternsprecher. Inszeniert hatten das Jon Lucas und Scott Moore, die dafür den anzüglichen Jungs-Witz ihrer „Hangover“-Komödien in ebenso anzüglichen Mädels-Witz übertrugen.

Von Gian-Philip Andreas
Hier kippte der Baum: Amy (Mila Kunis) und Ruth (Christine Baranski) im Weihnachtsstress.
Hier kippte der Baum: Amy (Mila Kunis) und Ruth (Christine Baranski) im Weihnachtsstress. Foto: Tobis

Weil alles, was an der Kasse klingelt, fortgesetzt werden muss, folgt nun eine Saison später bereits die Fortsetzung – doch die ist leider deutlich schwächer, trotz gleichen Personals vor und hinter der Kamera. Diesmal entschließen sich Amy ( Mila Kunis , „Black Swan“), Kiki ( Kristen Bell , „Nie wieder Sex mit der Ex“) und Carla (Kathryn Hahn, „Transparent“) dazu, gegen Weihnachten sowie den damit verbundenen Keksback-Terror und Harmonie-Horror zu rebellieren, doch weiter als bis zur sexuellen Belästigung eines Kaufhausweihnachtsmanns kommen sie nicht.

Denn dann fallen schon, pünktlich vor den Feiertagen, die dominanten Mütter der drei Frauen ein: Ruth (Christine Baranski, „The Good Wife“) will ein perfektes Riesenfest organisieren, dafür viel Geld ausgeben und viele Menschen einladen, Sandy (Cheryl Hines, „Lass es, Larry!“) entwickelt Stalker-Qualitäten, Isis (Susan Sarandon, „Thelma & Louise“) hingegen, gestraft mit dem Namen einer islamistischen Terrororganisation, braucht vor allem Obdach und Geld.

Mit doppelter Frauen-Starpower hätte sich nun ein schön gehässiges Weihnachtsvernichtungsprogramm entwickeln können, doch so richtig ran an die heiligen Festtage traut sich in Hollywood ja niemand. Also eilt die Komödie trotz der wieder zahlreich eingestreuten Sex-Gags einem enttäuschend zahmen, erwartbar versöhnlichen Finale entgegen. Das war zwar tendenziell schon im ersten Teil so, wird hier aber auf die Spitze getrieben. Schlechte Muttis? Gibt’s hier nicht.

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