Kino-Kritik „The Secret Man“: Quellenkunde

Die „Watergate-Affäre“ führte 1974 zum Rücktritt des US-Präsidenten Richard Nixon: Mitarbeiter von ihm hatten im Wahlkampf versucht, die Demokratische Partei zu bespitzeln. Der entscheidende Informant, der die beiden Enthüllungsjournalisten Bob Woodward und Carl Bernstein auf die richtige Spur führte, blieb damals unerkannt. 

Mark Felt (Liam Neeson) plaudert etwas aus.
Mark Felt (Liam Neeson) plaudert etwas aus. Foto: dpa

Erst 2005 wurde das Geheimnis dann gelüftet: „Deep Throat“, so nannte man die geheime Quelle, war Mark Felt , zu jener Zeit stellvertretender Direktor des FBI . Der Film von Regisseur Peter Landesman („Erschütternde Wahrheit“) zeichnet die Geschehnisse nun aus Felts Perspektive nach: Liam Neeson spielt den 60-jährigen Juristen als integren Patrioten im Zwiespalt.

Ungeklärt bleibt, ob Felt aus gekränkter Ehre handelte (weil Nixon ihn bei der Besetzung des Chefpostens überging), ob er sich schlicht dem Land und der Wahrheit verpflichtet fühlte oder ob er die Unabhängigkeit des FBI beweisen wollte. Landesman inszeniert das etwas spröde und leider nur phasenweise spannend, aber als interessanten Vergleichsfilm zum Klassiker „Die Unbestechlichen“, der 1976 die Reporterperspektive einnahm. 

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