Mit Rache gegen den Terror „American Assassin“: Allzu routinierter Agentenreißer mit Michael Keaton

Die Topspione Bourne, Bond, Ethan Hunt und Jack Ryan machen gerade Pause, da schickt das umtriebige Mini-Major-Studio Lionsgate („Twilight“, „Tribute von Panem“) einfach einen neuen harten Mann auf die weltweiten Leinwände: Mitch Rapp, ein Name wie ein Faustschlag, ist versierten Agentenkrimilesern längst ein Begriff, denn die vom (inzwischen verstorbenen) Autor Vince Flynn begonnene Romanserie um den undercover operierenden Anti-Terror-Spion umfasst bereits 16 Einträge. Eine neue, regelmäßig fortsetzbare Erfolgsfilmreihe dürfte denn wohl auch das sein, was sich die Produzenten mit diesem Projekt vorrangig erhoffen.

Von Gian-Philip Andreas
Kurz mal keine Action: Vier Kämpfer für das Gute (v. l. Shiva Negar, Michael Keaton, Neg Adamson und Dylan O’Brien) konferieren.
Kurz mal keine Action: Vier Kämpfer für das Gute (v. l. Shiva Negar, Michael Keaton, Neg Adamson und Dylan O’Brien) konferieren. Foto: dpa

„American Assassin“, routiniert inszeniert vom in Film („Kill The Messenger“) und Serie („Homeland“) gleichermaßen bewanderten Regisseur Michael Cuesta , erzählt so etwas wie die Vorgeschichte: wie Mitch Rapp zu dem wurde, der er ist. Dazu braucht es hier eingangs ein islamistisches Attentat auf Ibiza, bei dem Rapps Verlobte ermordet wird. Der junge Rachsüchtige, mit Präpotenz gespielt von „Maze Runner“-Teenieschwarm Dylan O’Brien, schleust sich auf eigene Faust in die Terrorzelle ein, wird aber von CIA-Chefin Kennedy (Sanaa Lathan aus „Alien vs Predator“) auf offizielle Wege zurückverpflichtet.

Der beinharte Kalter-Kriegs-Veteran Hurley (Michael „Birdman“ Keaton als grimmiger Patriot) macht den störrischen Jungspund mit rabiaten Methoden fit für den Anti-Terror-Kampf, bald kämpft er mit der Spezialeinheit Orion gegen einen abtrünnigen CIA-Agenten, der die Welt (natürlich) mit Atomraketen bedroht.

Von den Balearen über Istanbul und Rom bis nach Dubai geht nach bewährtem Mission-Impossible-Muster die touristisch reizvolle Reise dieses mit ruppigen Actionszenen gepflasterten Spionagereißers, und auch wenn am Ende der halbe Ozean in die Luft fliegt: Wirklich aufregend ist hier nicht viel. Die Dialoge sind pappig, der Plot ist nicht neu und Rapp nicht halb so charismatisch wie die genannten Vorbilder. Sollte die Kasse klingelt, wird es wohl trotzdem Sequels geben.

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