Kino-Kritik „Eine fantastische Frau“: Stark

Marina arbeitet als Kellnerin, nur abends hat sie Zeit, sich ihrer Leidenschaft zu widmen: In den Bars von Santiago singt sie Jazzballaden. Eines Abends stirbt plötzlich Orlando, ihr liebevoller, aber wesentlich älterer Lebensgefährte, und für Marina wird alles anders. 

Marina (Daniela Vega) im Sturm
Marina (Daniela Vega) im Sturm Foto: Arne Höhne Presse

Polizei und Krankenhaus bezweifeln ihre Unschuld, Orlandos Familie will ihr Auto, Wohnung und Erbe nehmen. Der Grund für die Diskriminierung: Die trauernde Marina ist eine Trans-Frau, sie wurde als Mann geboren.Im Film wird sie verhöhnt, gekidnappt und körperlich versehrt, am Ende findet sie einen neuen Zugriff auf ihr Leben.

Der chilenische Regisseur Sebastián Lelio , dessen Frauenporträt „Gloria“ 2014 für einige Programmkino-Furore sorgte, zeichnet seine klassische Geschichte vom „Empowerment“ einer Außenseiterin gewiss einen Tick zu schwarzweiß (mit sehr Bösen und sehr Guten), überzeugt aber mit poetischer Bildkraft, humanistischer Wucht und dem Charisma seiner tollen Hauptdarstellerin, der Sängerin Daniela Vega .

Auf der Berlinale gab es dafür den Bären fürs Drehbuch, den queeren Teddy und einen Preis der Ökumenischen Jury. Sehenswert.

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