Teilen ist Heilen „The Circle“: Unergiebige Verfilmung

Er war ein Weltbestseller: Dave Eggers‘ Roman „The Circle“ über einen an Facebook und Google erinnernden IT-Konzern aus dem Silicon Valley, der die totale Transparenz der Menschheit anstrebt. Jetzt hat Regisseur James Ponsoldt („Smashed“) einen viel zu konventionellen Film daraus gemacht.

Von Gian-Philip Andreas
Mae (Emma Watson) verschreibt sich der Firma.
Mae (Emma Watson) verschreibt sich der Firma. Foto: dpa

Emma Watson spielt die junge Mae, die einen Job beim „Circle“ ergattert. Junge, fitte, top ausgebildete Mitarbeiter lustwandeln durch die kreisrunde Firmenzentrale, der Chef ( Tom Hanks ) hält auf der Bühne relaxte Motivationsreden, die Firma übernimmt gar die Krankenversicherung von Maes siechem Vater. Kein Wunder, dass sie sich rückhaltlos (oder peinigend naiv) der Firma und dem Motto „Geheimnisse sind Lügen“ verschreibt ­– zunächst. Als sie sich eine Körperkamera anheften und rund um die Uhr in den sozialen Medien beobachten lässt, wird’s brenzlig.

Die Botschaft dieser Dystopie ist brandaktuell in Zeiten, in denen nicht nur die IT-Datensammler auf Überwachung pochen, sondern auch immer mehr Bürger aus Terror-Angst bereitwillig auf ihre Freiheitsrechte pfeifen. Trotzdem verschenkt der Film seine Brisanz an die Mechanik eines gängigen Paranoiathrillers. Das Happy End ist ärgerlich – und Verrat an der Vision des Romans.  

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