Kino-Kritik „Tigermilch“: Wilde Mädchen

Nini (Flora Thiemann, „Sputnik“) ist Deutsche und schlecht in der Schule, ihre beste Freundin Jameelah (Emily Kusche, „Das kleine Gespenst“) eine Einserkandidatin aus dem Irak, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter in steter Angst vor Abschiebung lebt. 

Jameelah (Emily Kusche) hilft Nini (Flora Thiemann).
Jameelah (Emily Kusche) hilft Nini (Flora Thiemann). Foto: dpa

 Die beiden 14-Jährigen leben in einer Berliner Hochhaussiedlung und wollen endlich was erleben – und sei’s auch auf dem Babystrich. Dann wird vor ihren Augen ein „Ehrenmord“ verübt, und der Ton wandelt sich komplett.

Was wie eine zotige Pennälerklamotte beginnt, wächst sich unter der Regie von Ute Wieland („FC Venus“) zur grimmigen Adoleszenzgeschichte aus, die sich (wie in der Romanvorlage von Stefanie de Velasco ) mit Abschiebung, Parallelgesellschaften, Prostitution und jeder Menge Pubertätsnöten ein bisschen arg viel Problemstoff ins Themenlotterbett legt. Kein Wunder, dass da viel bloß oberflächlich angedacht wird.

Trotz der vielen toll besetzten Nebenrollen (Luna Zimic Mijovic, Lars Rudolph, Eva Löbau, Heiko Pinkowski) bleibt ein wenig fraglich, wer genau sich das ansehen soll. Ein ungewöhnlicher Teeniefilm ist es allemal.

Leserkommentare
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