Kino-Kritik
„Maikäfer, flieg!“: Kinderblick

Eine durch den Krieg zusammengebrochene Welt, betrachtet durch Kinderaugen – das ist kein neues filmisches Konzept. „Lore“ etwa, in dem ein junges Mädchen durchs zerstörte Deutschland irrt, sorgte 2012 für Aufsehen. Jetzt hat die österreichische Regisseurin Mirjam Unger den autobiografischen Jugendroman „Maikäfer, flieg!“ von Christine Nöstlinger verfilmt, es ist die Geschichte der neunjährigen Christl, die im Jahr 1945 das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Zeit unmittelbar danach in Wien erlebt – die „vielleicht schönste Zeit meines Lebens“, wie Nöstlinger sagt. Fein austariert zwischen Melancholie und Kinderabenteuer erzählt Unger von Christls Familie, die aus der ausgebombten Stadtwohnung in die Villa einer Verwandten im Vorort Neuwaldegg zieht. Als die Rote Armee eintrifft, kontert Christl die Sorge ihrer Eltern (stark als Mutter: Ursula Strauss aus „Das Sacher“) mit kindlicher Neugier – sie freundet sich sogar mit dem russischen Feldkoch an. Ungers Inszenierung kann sich zwar nie so recht von den Konventionen des (TV-)Ausstattungskinos lösen, doch der Plot berührt und ist pädagogisch ideal einsetzbar. Hauptdarstellerin Zita Gaier ist eine Entdeckung.

Donnerstag, 27.04.2017, 15:04 Uhr

Christl (Zita Gaier) blickt durch.
Christl (Zita Gaier) blickt durch. Foto: dpa
Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4793412?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819671%2F4840719%2F4909544%2F
Staatsanwälte ermitteln wegen Waffenrecht-Verstößen
Das Urenco-Areal in Gronau aus der Vogelperspektive.
Nachrichten-Ticker